Die unmittelbare Umgebung der beiden Stuttgarter Schlösser ist geprägt vom Repräsentationsanspruch und den Erfordernissen einer Residenzverwaltung: Ehrenhöfe, Gärten und Paradeplätze sind wichtige Elemente der Stadtplanung seit der Renaissance.
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Viele Gebäude und Gärten sind im Lauf der Jahrhunderte wieder verschwunden, dennoch spazieren die Stuttgarter und ihre Besucher auch heute noch in den wesentlichen Anlagen.
Vor dem Alten Schloss erstreckt sich der Schillerplatz, der ehemalige Burgvorhof, der unter Herzog Friedrich I. von Württemberg zwischen 1594 und 1599 angelegt wurde. Zu diesem Zweck riss man elf Bürgerhäuser ab, die unmittelbar vor dem Schloss standen. Dem Baumeister Heinrich Schickhardt gelang mit damit ein Ehrenhof des Schlosses, das von einem Ensemble heute noch erhaltener Gebäude geprägt war.
Das gelungene städtebauliche Bild wird gefasst von der Stiftskirche, der ranghöchsten protestantischen Kirche Württembergs, die auf einen romanischen Vorgängerbau von 1175 zurückgeht; dem Fruchtkasten, der in seinem Kern die 1578 errichtete Kelter enthält. Er erhielt 1596 eine neue Fassade im Stil der Renaissance.
Heute beherbergt er die Musikinstrumentensammlung des Württembergischen Landesmuseums;
dem Prinzenbau, der 1604-1608 nach Plänen Schickhardts begonnen wurde und erst 1685 fertiggestellt wurde. Seinen Namen erhielt der Bau 1805, als er Wohnsitz des zweitgeborenen Prinzen wurde. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg dient er seit dem Wiederaufbau dem Justizministerium Baden-Württembergs;
In der Mitte des Schillerplatzes steht das Schillerdenkmal, 1839 anstelle des großen Ziehbrunnens und des kleinen Schöpfbrunnens errichtet. Nach diesem Denkmal ist der vormalige Schlossplatz benannt.
Vor dem Neuen Schloss liegt der symmetrisch angelegte Schlossplatz, der ursprünglich Teil des Lustgartens war, mit vielen kleinen Gebäude und Gartenbezirken verziert. Zur Anlage des heutigen Schlossplatzes riss man 1782 ein zweigeschossiges Vogelhaus und das 1553 erbaute Alte Lusthaus ab. Der Bereich vor dem neuen Schloss wurde zunächst als Paradeplatz ausgeführt, der 1823 mit rechwinklig verlaufenden Kastanienalleen bepflanzt wurde und nun auch als Exerzierplatz diente.
Seit dem 25jährigen Regierungsjubiläums König Wilhelms I. steht in der Mitte des Schlossplatzes eine 30 m hohe Jubiläumssäule, die seit 1863 eine Bronzestatue der Concordia ziert.
Der Schlossplatz ist umgeben vom
Kunstgebäude, das anstelle des 1902 abgebrannten Hoftheaters steht, dessen Kern auf das 1593 errichtete Neue Lusthaus zurückgeht,
Königsbau, der die erste Ladenpassage Stuttgarts beherbergt und im Obergeschoss Säle für Hofbälle und Konzerte hatte. Seit 1861 ist hier mit einer Unterbrechung von siebzig Jahren die Wertpapierbörse untergebracht.
Der Schlossgarten an der Stelle des heutigen Schlossplatzes und der Oberen Anlagen war ursprünglich Teil des herzoglichen Lustgartens, der nach den Vorstellungen der Renaissance unterschiedliche Bauten und Gartenpartien versammelte. Im Mittelpunkt stand das Neue Lusthaus, eine prächtige Orangerie und das vielbestaunte Grottenwerk. Dieser Garten bestand bis etwa in die Mitte des 17. Jahrhunderts.
Mit dem Bau des Neuen Schlosses wurden verschiedene Pläne zur Anlage eines neuen Schlossgartens, unter anderem von Balthasar Neumann, Nicolas de Pigage und R.F.H. Fischer, ausgearbeitet, die jedoch auch aus finanziellen Gründen nicht verwirklicht wurden.
Unter Herzog Friedrich II. von Württemberg, seit 1806 erster württembergischer König, entstand ab 1807 nach Plänen Nikolaus Friedrich Thourets der Königliche Schlossgarten. Der 1808 fertiggestellte und auch für die Bevölkerung freigegebene Garten orientierte sich am Gartenflügel des Neuen Schlosses und erstreckte sich über die heutige Oberen und Mittleren Anlagen.
Für seine Gestaltung waren einerseits die Vorstellungen vom französischen Barockgarten mit symmetrisch angelegten Wegen, Parterres, Terrassen und Seen maßgeblich, andererseits auch die Ideen eines englischen Landschaftsgartens, mit geschwungenen Wegen zwischen weiten Rasenflächen, Baum- und Buschgruppen. Zahlreiche Skulpturen, kleine Bauten und Hütten, Bänke und Boote für Lustfahrten machten den Park auch zum Erholungsraum für die städtische Bevölkerung.
Im Rahmen der Bundesgartenschau 1951 erfuhr der Obere und Mittlere Schlossgarten eine moderne Umgestaltung und die barocke Axialität aufgelöst.
Der Karlsplatz auf der Ostseite des Alten Schlosses gelegen, war ursprünglich seit dem 14. Jahrhundert als ältester Garten angelegt und von einer Mauer umgeben. Er hieß „Herzogingarten“ nach der Gemahlin Herzog Eberhards im Bart, Barbara von Gonzaga aus Mantua. Hier stand das Kleine Lusthaus von 1556, Feigenhäuser, es gab einen Blumen- und Gemüsegarten. 1775 planierte man diesen Garten und legte den mit symmetrischen Wegen und Kastanien bepflanzten Platz zu Ehren Herzog Carl Eugens an. In der Mitte steht seit 1897 ein Reiterdenkmal Kaiser Wilhelms I., der 1871 in Versailles zum deutschen Kaiser ausgerufen wurde.