König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795-1861)
Der als „Romantiker auf dem Thron“ bezeichnete König wurde als ältester Sohn Friedrich Wilhelms III. und seiner Gemahlin Luise 1795 in Berlin geboren. Schon früh zeigte er ein ausgeprägtes Interesse an Geschichte und Kunst. Seine Kindheit und Jugend wurden vom Konflikt mit Frankreich, der Flucht der preußischen Königsfamilie nach Königsberg sowie den napoleonischen Befreiungskriegen geprägt. Mit seinem nüchtern-militärischen Vater pflegte er einen eher distanzierten Umgang, während er zu seiner früh verstorbenen Mutter und seinen zahlreichen Geschwistern ein ausgesprochen herzliches Verhältnis unterhielt.
Burg Hohenzollern: Außenansicht.
Auf einer Reise durch Süddeutschland besuchte er 1819 den damals ruinösen Stammsitz seiner Familie und beschloss dessen Wiederaufbau. Gleichzeitig lernte er seine zukünftige Gemahlin, die bayerische Prinzessin Elisabeth kennen, mit der er sich 1823 verheiratete und eine überaus harmonische Ehe führte, die jedoch von Kinderlosigkeit überschattet blieb. Bei seiner nach einer langen Kronprinzenzeit erfolgten Thronbesteigung richteten sich 1840 auch die Hoffnungen der Liberalen auf den volksnah und redegewandt auftretenden Friedrich Wilhelm IV. Als er aber 1847 eine bereits zuvor in Aussicht gestellte Verfassung ablehnte, führte dies im Folgejahr zur Revolution, auf die er zunächst mit heftiger Ablehnung, dann mit Zugeständnissen reagierte. Die ihm im April 1849 von der Frankfurter Nationalversammlung angebotene deutsche Kaiserkrone lehnte er aber als ein vom Gottesgnadentum durchdrungener Monarch ab.
Zinnenwächter mit Sonnenaufgang.
Im Jahre 1856 weilte er anlässlich der Einweihung des Rohbaus das letzte Mal auf der Burg Hohenzollern, im Jahr darauf begann ein Schlaganfall seine Gesundheit zu beeinträchtigen, sodass sein Bruder Wilhelm die Regierung übernahm. Der bis zuletzt von seiner Gattin hingebungsvoll gepflegte König verstarb am 2. Januar 1861 in Schloss Sanssouci und wurde in der von ihm unweit errichteten Friedenskirche beigesetzt. Auch wenn seine Leistungen auf politischer Ebene kontrovers beurteilt werden, bleiben seine großen Verdienste auf dem Gebiet der Künste und Wissenschaften unumstritten. Sein Wunsch, einmal auf der von ihm wiederhergestellten Burg Hohenzollern einen Sonnenaufgang erleben zu können, sollte sich jedoch nie erfüllen.