Während die mittelalterlichen Vorgängerbauten primär als zu verteidigende Herrschaftssitze der Hohenzollern dienten, war die heutige, in den Jahren 1850 bis 1867 errichtete Burganlage von Anfang an eher als ein Familiendenkmal ausgerichtet, das den Ursprung und Aufstieg der Hohenzollern zum Ausdruck bringen sollte.
Dies kommt vor allem bei den von Friedrich August Stüler formal gestalteten und von Rudolf von Stillfried inhaltlich konzipierten Innenräumen zum Ausdruck. Bereits in der Eingangshalle wird durch den flächendeckend auf die Wände gemalten Stammbaum eindrucksvoll auf die lange Vergangenheit der Dynastie verwiesen. Im anschließenden Grafensaal, dem geradezu sakral wirkenden Festsaal der Burg, verdeutlichen Bildnisse, Statuen und Wappen weltlicher wie geistlicher Würdenträger die weit reichenden Verbindungen der Hohenzollern. Die Wandgemälde in der benachbarten Bibliothek haben Sagen und historische Ereignisse aus der Geschichte der beiden ersten Burgen zum Inhalt, während sich in den einstigen Wohnräumen des Königspaares heute eine Vielzahl bedeutender Gemälde befindet, darunter Porträts von Mitgliedern des Herrscherhauses von hochrangigen Künstlern wie Antoine Pesne, Elisabeth Vigée-Le Brun oder Franz von Lenbach sowie historische Ansichten Berlins.
Burg Hohenzollern: Innenansicht des Grafensaals.
Die seit den 1950er-Jahren in der ehemaligen Schlossküche eingerichtete Schatzkammer beherbergt zahlreiche Pretiosen, darunter die preußische Königskrone in ihrer Fassung von 1889, kostbare Gold- und Silberschmiedearbeiten, Erzeugnisse der Königlichen Porzellanmanufaktur in Berlin (KPM) sowie Waffen und Rüstungen. Zu den bekanntesten Exponaten gehört eine Tabaksdose Friedrichs des Großen, die ihm in der Schlacht bei Kunersdorf das Leben rettete, indem sie eine auf ihn abgefeuerte Kugel abhielt, deren Einschussloch deutlich am zugehörigen Uniformrock zu erkennen ist. Eine umfangreiche Sammlung von Orden und Ehrenzeichen sowie persönliche Erinnerungs- und Kleidungsstücke einzelner Herrscher und ihrer Gemahlinnen, darunter auch ein silberbesticktes Kleid mit Hofschleppe der Königin Luise von Preußen, bilden weitere Schwerpunkte.
In der katholischen St. Michaelskapelle befinden sich spätromanische Sandsteinreliefs, die beim Wiederaufbau der Burg im 19. Jahrhundert gefunden wurden, sowie bedeutende Glasgemälde des 13. Jahrhunderts aus dem nahe gelegenen Kloster Stetten, darunter auch die älteste bekannte Darstellung des Hohenzollern-Wappens. Die auf Grund der unterschiedlichen Konfessionszugehörigkeit der beiden Familienzweige im 19. Jahrhundert errichtete evangelische Christuskapelle besitzt eine prächtige Ausstattung im neugotischen Stil. Die darunter befindliche, für die Öffentlichkeit nicht zugängliche russisch-orthodoxe Auferstehungskapelle wurde als Begräbnisstätte für die dem Hause Romanow entstammende Prinzessin Kira von Preußen (1909-1967) eingerichtet.
Im Jahre 2004 wurden den Besuchern der Burg wenige Jahre zuvor wiederentdeckte Kasematten, d.h. unterirdische, bombensicher eingewölbte Aufenthaltsräume aus der Zeit der Vorgängerburgen zugänglich gemacht. Mit ihnen verbindet sich auch die Sage eines Geheimganges, durch den während der Belagerung im Jahre 1423 eine geheimnisumwitterte „Weiße Frau“ in die Burganlage gelangt sein soll, um die Besatzung mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen. In den darüber befindlichen ehemaligen Wirtschaftskellern wird u.a. Silber, Porzellan und Glas aufbewahrt, das auch noch heute bei familiären Festlichkeiten Verwendung findet.
Kasematten Eingang.
Der im Jahre 2007 renovierte Torturm dient seither als Ort von Sonderausstellungen, die mit einer Schau zum Leben und Werk des am Wiederaufbau der Burg maßgeblich beteiligten Grafen Rudolf von Stillfried-Alcántara begonnen und im Frühjahr 2008 mit einer Präsentation von Geschenken am Kaiserhof fortgesetzt wurden. Auch zukünftig werden dort regelmäßig Ausstellungen zu wechselnden Themen gezeigt, um zugleich weitere Teile der Kunstsammlungen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Burg Hohenzollern präsentiert sich somit als ein Ort, an dem Geschichte nicht nur als eine museal aufbereitete Vergangenheit, sondern auch stets mit Bezug auf die Gegenwart erlebbar wird.