Anekdoten

Wappenhunde

„Siehsch dört vorne´s Röttler Schloß – verfalleni Mure? In vertäfelte Stube, mit goldene Liiste verblendet, hen sust Fürste gwohnt, und schöni fürstligi Fraue, Heren und Here-Gsind, und d´Freud isch z´Röttle deheim gsi. Aber iez isch alles still. Undenklichi Zeit Brenne keini Liechter in sine verrissene Stube, flackeret kei Füür uf siner versunkene Füürstet, goht kei Chrug in Cheller, ke Züber aben an Brunne. Wildi Tube niste dört uf mosige Bäume ...“ (Aus: „Die Wiese“ von Johann Peter Hebel (1760-1826), dt. Dichter, Pädagoge, evang. Theologe)

Ernst Markgraf von Baden

Die weiße Frau

Zur Zeit der Edelherren von Rötteln, als das Schloss mit Hilfe des Frondienstes der Bauern gebaut wurde, lebte eine Dame, welche die Bauern bei ihrer schweren Arbeit zu immer mehr Eile antrieb. Diese waren so erbost über das Verhalten des Burgfräuleins, dass sie sie verwünschten. Seit ihrem Tod soll nun die Peinigerin als weiße Frau herumgeistern und Vorbeifahrende herbeizulocken versuchen. In der Nacht kann man sie seufzen hören oder auf der Zugbrücke beim Spinnen beobachten.

Burg Rötteln

Über die Einnahme der Burg

Ein Knecht wurde einst von dem Lieblingshund des Burgherrn angegriffen. Dieser wusste sich nicht anders zu helfen und zerschmetterte dem bissigen Tier ein Bein. Außer sich vor Wut warf darauf der Burgherr den armen Knecht aus dem Fenster des „Grünen Turms“. Unten fand die Frau ihren toten Mann, schwor erbittert Rache und zog sich aus Rötteln nach Binzen zurück. Zu jener Zeit hatte der aufbrausende Burgherr ein schönes Töchterlein, welches er mit dem Sohn seines Freundes, dem Herrn von Hunoltstein im Elsass, vermählen wollte. Die Tochter verliebte sich aber in einen fahrenden Sänger. Bei einem Stelldichein überraschte der Vater, angestachelt durch die Hexe von Binzen die zwei Liebenden und erstach den jungen Wandersmann. Die Tochter wollte ihrem Geliebten noch zu Hilfe eilen, fiel jedoch auf einen spitzen Stein und starb. Es stellte sich aber heraus, dass der Sänger der Sohn des Herrn von Hunoltstein war. Nach dem Tod des jungen Mannes zog dessen Vater gegen seinen ehemaligen Freund in den Krieg. Er belagerte wochenlang die Burg, ohne sie einnehmen zu können, doch eines Tages stand er innerhalb der Mauern und griff mit dem Schwert den Burgherrn an. Dafür soll die Hexe von Binzen ihm einen geheimen unterirdischen Zugang gezeigt haben. Diese bemächtigte sich des sterbenden Herrschers und warf ihn aus dem Fenster des Turmes.
Nur durch diese Legende konnte sich das Volk die Einnahme der Burg durch die Franzosen 1678 erklären.

Burg Rötteln

Die Schenkung des Waldes am Hägelberg

Einst verirrte sich des Nachts ein junger Ritter im Gewitter. Ein Bauer fand ihn am Hägelberg und brachte ihn zu sich nach Hause. Er bot ihm sein bestes Bett, Speis und Trank. Am nächsten Tag schenkte ihm der dankbare Ritter seinen Degen und als er wieder in der Burg angekommen war, übergab er der Gemeinde den gesamten Wald bis zur Scheideck.

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook