Der Geheimgang oder Mark Twain und die Sage um den Brunnenstollen

Als die kurpfälzische Garnison in die Burg Dilsberg einzog, war der Wasserbedarf gestiegen und der Brunnen im Burghof musste vertieft werden. Während der Bauarbeiten wurde der Brunnen durch einen Schacht belüftete, den man jedoch Ende des 17. Jahrhunderts zu schüttete, als die Arbeiten beendet waren. Sein Bau sowie die ursprüngliche Funktion gerieten in Vergessenheit. Bald erzählte man sich die Sage von einem unterirdischen Gang, der von der Burg Dilsberg unter dem Neckar zu einer Neckarsteinacher Burg führen soll.

Der amerikanische Schriftsteller Mark Twain ließ sich nach einem Besuch der Burg (1878) von der Sage inspirieren und nahm sie in seine Reiseerzählungen „Bummel durch Europa“ (1880) auf. Twains Erzählung über den Burgstollen regte den Deutsch-Amerikaner Fritz von Briesen an der Sage nachzuforschen. Er reiste aus New York an und ließ sich in den Brunnen hinabseilen, wo er schließlich den Eingang zum Stollen fand. Mit einer Spende von Briesens konnte der Stollen 1926 wieder freigelegt werden, sowie der Stolleneingang im Waldgebiet „Höllenberg“. 

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