Anekdote

Champagner statt Sauerstoff

1904 reiste der russische Schriftsteller, Novellist und Dramatiker Anton Pawlowitsch Tschechow (1860 – 1904) zusammen mit seiner Frau, der Schauspielerin Olga Knipper, aufgrund eines Lungenleidens nach Badenweiler und hoffte dort wieder zu gesunden. „Wenn du wüsstest, was hier für eine Sonne ist! Sie brennt nicht, sie liebkost!“,  schrieb er im Juni 1904 an seine Schwester Mascha über seinen Aufenthalt in Badenweiler.

Als man im Hotel "Römerbad" von der Tuberkuloseerkrankung Tschechows erfuhr, bat man das Ehepaar Tschechow nach nur zwei Nächten höflich, sich nach einer anderen Bleibe umzusehen. Das Ehepaar zog daraufhin in die Villa Friederike (Hotel Eckerlin) und später in das Hotel Sommer (heute Parktherme), wo Anton Tschechow am 15. Juli 1904 im Alter von erst 44 Jahren verstarb.

Kurz vor seinem Tode, so heißt es, wollte sein Arzt eine Flasche Sauerstoff für ihn holen lassen. Da Tschechow befürchtete, dass diese nicht mehr rechtzeitig eintreffe, bat er darum, stattdessen eine Flasche Champagner für ihn und seine Frau besorgen zu lassen. Nachdem er sein Glas langsam leer getrunken hatte, sprach er seine letzten Worte: „Ich sterbe“. Sein Leichnam wurde bei Nacht in einem Wäschekorb in die St. Marienkapelle zur Aufbewahrung getragen und später in einem Sarg nach Moskau überführt. 

Anton Pawlowitsch Tschechow (Mitte)

Anton Pawlowitsch Tschechow (1860 – 1904)
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