Burgruine Hohenbaden

Bildnis Bertold I., Herzog von Zähringen, Markgraf zu Baden, Lithografie um 1820
Burgruine Hohenbaden

Die Anfänge der Burg Hohenbaden liegen im beginnenden 12. Jahrhundert. Die ursprünglich aus dem mittleren Neckarraum um Backnang herum stammenden Herzöge von Zähringen erwarben im 11. Jahrhundert durch Eroberungen und (Heirats-)Politik zahlreiche Gebiete. So erhielt Hermann I. (1052-1074), der älteste Sohn des Zähringers Berthold I. (1024-1078), durch seine Gattin Judith aus dem Calwer Grafengeschlecht Besitzungen im nördlichen Schwarzwald und eine Burg am Batterfelsen nördlich des heutigen Baden-Badens. Diese Burg ließ er zur Stammburg Hohenbaden ausbauen. Sein Sohn Hermann II. (1074-1130), Graf im Breisgau, nannte sich zunächst „Markgraf von Limburg“, dann ab 1112 nach dem neuen Zentrum Baden erstmals „Markgraf von Baden“. Die Nachfahren seiner Linie regierten als Markgrafen bis 1806 und anschließend als Großherzöge von Baden.

Blick auf Schildmauer und Bergfried

Die Burg bestand zunächst aus der auf einem hohen Felsen gelegenen Oberburg. Diese besaß als wesentliche Bestandteile einen Palas (Hermannsbau) und einen Bergfried. Der Bergfried ist von annähernd quadratischem Grundriss und aus kleinquadrigem Mauerwerk erbaut. Er fällt durch seine unregelmäßigen, nach oben hin sich verjüngenden und simsartigen Absätze auf. Zum Schutz der Oberburg errichtete man eine hohe Mauer mit Wehrgang. Südöstlich des Bergfrieds wurde die Mauer nach Nordosten als Schildmauer ausgebaut. Im Westen ist der Burg ein Zwinger vorgelagert.

Mauergürtel der Oberburg

Unter Markgraf Hermann VI. oder dessen Sohn Rudolf I. (1243-1288) erfolgte eine Erweiterung der Burg um einen Wohnbau. Die Mauern wurden verstärkt und erhöht sowie die bestehende Anlage mit zusätzlichen Mauern und einem weiteren Zwinger umgeben.

Bernhardsbau

Bernhard I. (1372-1431) ließ den Felsen südlich der alten Kernburg absprengen und planieren. Auf dem künstlich geschaffenen Plateau entstand um 1400 die Unterburg. Ihr dominantestes Bauwerk ist der spätgotische Bernhardsbau, ein ausgedehnter Palas. Dieser Palas zeigt den hochherrschaftlichen Anspruch des Markgrafen. Er enthielt einen großen Rittersaal und weitere repräsentative Räume. Einen hohen Wohnkomfort bezeugen fein gefertigte Gewände, ein verziertes Säulenkapitell, Kamine, ein Treppenturm, sowie zwei Abortschächte. Unter dem Bernhardsbau befinden sich gewaltige Keller, westlich schließen Wohngebäude an. Zum Schutz der Unterburg wurden weitere Mauern und eine Zwingeranlage errichtet.

Blick durch das gotische Tor der Unterburg zu den Toren der Oberburg

Burgruine Hohenbaden
Modell

Die letzte Bauphase fand während der Regierungszeit von Jakob I. (1431-1453) statt. Im östlichen Bereich ließ er zwischen dem Bernhards- und dem  Hermannsbau den nach ihm benannten Jakobsbau errichten. Durch diese Maßnahme entstand eine zusammenhängende Burganlage.

Neues Schloss in Baden-Baden

Sein Nachfolger Christoph I. (1453-1527)  verlegte die Residenz jedoch 1479 in das Neue Schloss in der Stadt Baden-Baden. Er überließ das Alte Schloss seiner Mutter als Witwensitz. Auch im weiteren Verlauf diente die Burg immer wieder als Witwensitz bis 1599 ein Brand die Anlage zerstörte. Erst unter Großherzog Leopold begann 1832 die Renovierung der Ruine.

     

Ruine Hohenbaden, Tuschezeichnung in Sepia von Großherzogin Stephanie von Baden, um 1800

Tuschezeichnung der Burgruine


Heute können Besucher der Burgruine Hohenbaden den recht gut erhaltenen Bernhards- und Jakobsbau sowie die Oberburg mit Resten des Hermannsbaus, der Schildmauer und dem Bergfried besichtigen.
   

Burgruine Hohenbaden
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