Anekdoten

Eselsbrunnen

Der Esel und das Kloster
Gründungslegenden, die auf einem Eselsrücken transportiert werden, sind gerade bei Klöstern sehr beliebt. Auch Kloster Allerheiligen besitzt eine solche Eselslegende: Der von der Gründerin Uta von Schauenburg mit Gold beladene Esel wurde losgeschickt, um später genau an dem Ort ein Kloster zu errichten, an dem das Tier seine Last abwerfen würde. Unterwegs schien der Esel durstig geworden zu sein, er begann an einer Stelle zu scharren. Alsbald sprudelte dort eine Quelle hervor. Danach setzte der Esel seinen Weg fort. An der Stelle, wo er den Sack fallen ließ, erbaute man zu Ehren der Heiligen Ursula eine Kapelle. Der Goldsack soll von dort aus ins Tal gerollt sein: bis zum späteren Standort des Klosters hinab. An der Quelle erinnert noch heute ein Bildstock an die Eselslegende.

Mitra

Gründungsurkunde
Die eigentliche Gründungsurkunde von Kloster Allerheiligen ist nicht mehr erhalten, allerdings gibt es noch eine Bestätigung dieser Gründung von Heinrich VI.aus dem Jahr 1196: "Im Namen der heiligen und ungeteilten Dreieinigkeit: Ich Uta, Herzogin von Schauenburg, erbiete allen Gläubigen einen Gruß. Weil wir aus Gottes Lehren gelernt haben, dass man die ewigen Wohnungen mit irdischen Schätzen sich erkaufen soll, so folgen wir den Spuren unserer Vorfahren und gründen zu Gottes und Aller Heiligen Ehre ein Kloster am bache Nordwasser und neben dem felsen Buttenstein nach der Regel des hl. Augustinus und den Statuten des Prämonstratenserordens.(...)"

Aus der Tagesordnung im Kloster
Mitternacht: Matutin (nächtliches Stundengebet)
05.00 Uhr: Aufstehen
05.30-6.00 Uhr: Meditation

06.00 Uhr: Prim (Morgengebet), anschließend Studium, Privatmessen bis 08.30 Uhr (an Fasttagen bis 9.00 Uhr)   
09.00 Uhr: Kapitel Terz (Gebet des Breviers = Gebetbuch), Messe, Sext (drittes    Tagesgebet des Breviers), Partikularexamen (Gewissenserforschung des Einzelnen im Gebet)
10.00 Uhr: Mittagessen, Miserere (Bußpsalm), Non (Stundengebet), danach ¼ Stunde geistliches Gespräch über die Tischlesung, anschließend Rekreation
12.00 Uhr: Studium oder Arbeit bis 14.30 Uhr. Am Dienstag und Donnerstag Rekreation mit Spaziergang bis zur Vesper (abendliche Gebetsstunde des Breviers)
15.00 Uhr: Vesper (liturgischer Abendgottesdienst)
16.30 Uhr: Geistliche Lesung
17.00 Uhr: Abendessen, Rekreation bis 19.00 Uhr
19.00 Uhr: Komplett (Abendgebet), Gewissenserforschung
20.00 Uhr: Bettruhe. Sie wird um 20.15 Uhr vom Prior überprüft


Reste Abteikirche

     

Engelskanzel

Die Engelskanzel
Einer der Felsen, die sich hoch über der Westseite der Wasserfälle von Allerheiligen erheben, heißt "Engelskanzel". Einst habe sich, so sagt die Legende, eine in ihrer Unschuld bedrohte Jungfrau vor ihren Verfolgern auf diesen Felsen geflüchtet. Als dem Mädchen schließlich nur noch der Sprung in den Tod oder das Unheil durch ihre Feinde blieb, entschloss es sich zum Sprung , nachdem es seine Seele noch Gott empfohlen hatte. In diesem Augenblick winkte von der gegenüberliegenden Seite der Schlucht ein Engel. Statt in der Tiefe zu zerschellen, wurde die Verfolgte auf wundersame Weise von dem Engel gerettet.

Luftbild

Romantik und Natur
Nepomuk Hirz schreibt 1876 in seinem "neuesten Führer durch´s Renchtal und nach seinen Heilquellen" über den Eindruck, den die Klosterruine Allerheiligen vermittelt: "Bald tritt man von hier aus in einen wiesengrünen Kessel, wo die Gebäude und Ruinen des Klosters Allerheiligen uns nahe treten. Dieser einsame, von hohen Bergen und dunklen Tannenhainen umschlossene Erdenwinkel hat etwas ungemein Anziehendes. Die herrschende Stille und erquickende Waldesfrische, wie die geschichtlichen Erinnerungen, welche hier überall in uns erweckt werden, erklären hinreichend den Zauber, den diese Einsamkeit auf die menschliche Seele auszuüben vermag."

 
 
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