Klosterruine Allerheiligen

Uta und Welf

Die Geschichte Allerheiligens beginnt mit der Stiftung des Klosters durch Herzogin Uta von Schauenburg, die zum Hochadel ihrer Zeit gehörte und mit den führenden Herrscherhäusern, den Staufern und Welfen, verwandt war.

Gründungsurkunde

Das genaue Gründungsdatum ist nicht bekannt, es liegt in der Zeit zwischen 1191 und 1196, als Kaiser Heinrich VI. die Stiftung urkundlich bestätigt. Die Herzogin holte den von Norbert von Xanten 1120 gegründeten Prämonstratenserorden in ihr Kloster, das sich auch um die Seelsorge und Schulbildung in der Region verdient machte. Zum Kloster gehörte seit dem späten 13. Jahrhundert auch eine Wallfahrt, die viele Pilger anzog. Mit dem Bau der Klosteranlage, die aus Kirche und Klausurbereich bestand, wurde im frühen 13. Jahrhundert begonnen.

Chorwand am Vieringsturm

Kirche:
Die ältesten Überreste finden sich am inneren Portal der Kirchenvorhalle.

Sakristei mit Tür zum Querhaus

In der Mitte desselben Jahrhunderts baut man den rechteckigen Chor, die Vierung (Schnittpunkt von Lang- und Querhaus) und das Querhaus der Kirche und den Ostflügel der Klausur. Danach entstehen in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts das Langhaus als Basilika und die Kapelle am südlichen Querhaus.

Klausur (innerer Teil des Klosters um den Kreuzggang):
Im frühen 13. Jahrhundert errichtete man den Ostflügel mit Sakristei, Kapitelsaal und Parlatorium und den Kreuzgang an der südlichen Außenwand der Kirche. Die Schlafräume (Dormitorium) der Prämonstratenser lagen im Obergeschoss der Klausur.

Treppenturm

Sie konnten über eine Treppe von der Kirche aus erreicht werden. Der Durchgang zum Treppenaufgang ist heute noch erhalten.

Gesindehaus

Die Klosterküche und die Abtswohnung waren im Klosterwestflügel untergebracht. Dieser Flügel befand sich am Platz der heutigen Gaststätte. Die Gebäudegrundrisse sind als Steinwege heute noch zu sehen.

Um 1400 waren Kirche und Kloster wahrscheinlich fertiggestellt und beherbergten ein blühendes Klosterleben, das mit Gottesdienst, Seelsorge, Bildung und Verwaltung der Güter beschäftigt war.

 


 

 

Stich 1735
Vogelperspektive des Klosters Allerheiligen, 1735, Stich
 
 
Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook