Kloster Allerheiligen und die Säkularisation

Vor 200 Jahren veränderte die Säkularisation den deutschen Südwesten: Nach den napoleonischen Kriegen gingen Gebäude, Ländereien und Vermögen der Klöster und Bistümer in staatlichen Besitz über. Die Auswirkungen reichen bis zum heutigen Tag - für die meist leer stehenden Gebäude mussten immer wieder neue Nutzungen gefunden werden. Auch Kloster Allerheiligen war von der Aufhebung geistlicher Einrichtungen und der Übernahme kirchlichen Eigentums betroffen.

Bis zur Säkularisation war Allerheiligen der geistige und kulturelle Mittelpunkt der Region. Die Ordensgemeinschaft widmete sich vor allem dem Unterricht, der Wissenschaft und der Seelsorge. Die mittelalterliche Klosterschule hatte sich im Laufe der Zeit zum renommierten Gymnasium entwickelt.

Kloster Allerheiligen

Markgraf Karl Friedrich von Baden löste die Abtei Allerheiligen am 29. November 1802 auf; in der Folge verloren die Ordensbrüder ihre Existenz. Der Grundbesitz wurde verkauft und gut erhaltenes Mobiliar nach Karlsruhe geschafft. Alle Versuche, das Kloster neu zu nutzen, scheiterten: Ein „Correctionsort für Weltpriester mit üblem Wandel“ sollte hier untergebracht werden, doch ein Brand vernichtete einen Teil der Anlage im Jahr 1804. In einem der unversehrt gebliebenen Gebäude begann der Fabrikant Brenneisen eine Wollmanufaktur einzurichten, die er jedoch 1806 aufgab.

Kloster Allerheiligen

Nach und nach verfiel Allerheiligen, weil das Haus Baden keine Mittel zur Unterhaltung bereitstellte. 1811 verkaufte es die Gebäude auf Abbruch, in den folgenden Jahren wurde die Klausur abgerissen. In der Kirche feierte man Gottesdienste bis zum Abriss 1819, danach diente sie als Steinbruch. Die Reste des Gotteshauses blieben als romantische Ruine erhalten und fanden doch noch eine „Nutzung“ – durch den neuen Schwarzwaldtourismus!

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook