Berühmte Personen

Die Klosterstifter
Am 16. Januar 1095 schenkten drei Adlige ihr gemeinsames Erbe in einer offiziellen Zeremonie dem heiligen Benedikt: Graf Alwig von Sulz, Graf Adalbert von Zollern und Ruotmann von Neckarhausen übergaben das Hofgut Alpirsbach im Schwarzwald mitsamt einem großen Besitz an Gütern und Rechten, die am oberen Neckar lagen. Kloster Alpirsbach war damit gegründet. Die Interessen dieser Stifter aus dem niederen Adel lagen in der Stärkung der Klöster gegen die weltliche Herrschaft des Kaisers, der für sich das Recht auf Einsetzung von Bischöfen und Äbten (Investitur) in Anspruch nahm.

Benedikt von Nursia

Benedikt von Nursia (480-547 ?)
Der Begründer des abendländischen Mönchtums stammte aus Umbrien. Nach seinen Studienjahren in Rom lebte er als Eremit und Mönch. Er gründete 529 das Kloster Montecassino, das Urkloster der späteren Benediktiner. Das Fest des Heiligen wird am 11. Juli gefeiert, Darstellungen zeigen ihn mit Buch (Benediktregel) und Abtsstab.

Benediktiner

Benediktiner
Die Mönche des ältesten katholischen Ordens leben nach der "Benediktregel". Sie fordert Verzicht auf persönliches Eigentum, Keuschheit, Gehorsam und Ortsbeständigkeit. Die Benediktinerklöster waren nicht nur Orte des Gebets und eines auf Gott ausgerichteten Lebens, sondern auch der Wissenschaft und der Kunst. So trugen die Mönche durch ihre Übersetzer- und Kopiertätigkeit maßgeblich zur Ausbreitung des philosophischen und naturwissenschaftlichen Wissens der Antike und des Orients im christlichen Europa bei. In ihren Klöstern wurde die Buchbinderei betrieben, optische Geräte für die Beobachtung der Himmelskörper entwickelt und die Wassermühlen als Kraftquellen entdeckt. Heute widmet sich der Orden u.a. der Ökumene, der Bibelwissenschaft, der Theologiegeschichte und der Missionsarbeit in Afrika und Ostasien.

Kaiser Heinrich V. (1086-1125)
Kaiser Heinrich V. bestätigte 1123 den Schutz des Papstes für den Besitz der Klosteranlage, der bereits 1101 erfolgt war. Heinrich, seit 1098 König, erhob sich 1104 gegen seinen Vater Heinrich IV., zwang ihn 1105 zur Abdankung und über nahm 1106 die Herrschaft. Von dem gefangenen Papst Paschalis erzwang sich Heinrich das Recht der Investitur; am 13. April 1111 wurde er zum Kaiser gekrönt. Nach seine Niederlage gegen die sächsischen und thüringischen Fürsten und Verhandlungen mit Papst Kalixt II. konnte der Investiturstreit 1122 mit dem Wormser Konkordat beendet werden. Heinrich V. war der letzte Salier.

Abt Georg Schwarz (1471-1479)
 Der Alpirsbacher Abt kam aus dem Reformkloster Wiblingen und leitete auch in Alpirsbach Reformen ein, indem sich das Kloster unter seiner Leitung der "Melker Reform" anschloss. Aus seiner Zeit ist noch ein Liturgiebuch der Melker Chorordnung, das Alpirsbacher Kalendar von 1471, überliefert.

Abt Hieronymus Hulzing

Abt Hieronymus Hulzing (1479-1495)
Hulzing kam ebenfalls aus Kloster Wiblingen. Mit Unterstützung des Grafen von Württemberg gelang ihm die Aufnahme in die "Bursfelder Kongregation", die eine Verband streng zentralistisch geordneter Klöster war. In seiner Amtszeit wurde mit dem Umbau der Klausur begonnen. Ebenso wie sein Vorgänger setzte er sich für die Erweiterung der Alpirsbacher Klosterbibliothek ein.

Abt Gebhard Münzer von Sinkingen (1495-1505)
Unter diesem Abt gelangte Kloster Alpirsbach zu wirtschaftlicher Blüte. Er straffte die Klosterverwaltung und erreichte eine Steigerung der Erträge. Der Umbau der Klostergebäude wurde durch diesen Aufschwung ermöglicht.

Herzog Ulrich

Herzog Ulrich von Württemberg (1487-1550)
Der zum Protestantismus konvertierte Herzog Ulrich ließ das Alpirsbacher Klostervermögen auflisten und verbot die Veräußerung von Besitz. Die Alpirsbacher Mönche konnten entweder als evangelische Pfarrer in seinen Dienst treten oder mussten sich pensionieren lassen. Mit der Einführung der Reformation stellte Ulrich entscheidende Weichen im Erziehungs- und Bildungswesen. Ulrich von Württemberg verbrachte eine unglückliche Kindheit: Seine Mutter starb nach seiner Geburt, der geistesgestörte Vater wurde 1490 auf Hohenurach festgesetzt. Seine Vormünder, die verschiedene politischen Interessen verfolgten, gestalteten die Erziehung und Ausbildung des Knaben nachlässig. Als Erwachsener zeichnete sich Ulrich durch Rücksichtslosigkeit und Misstrauen gegenüber den Menschen in seiner Nähe aus. Sein privates und politisches Leben war turbulent, so verlor er für lange Jahre sein Herzogtum, als der Schwäbische Bund dieses Karl V. überließ. Herzog Ulrich von Württemberg starb 1550 und liegt in der Stiftskirche in Tübingen begraben.

Abt Jakob Hochrütiner (1548-1555)
Der im Zuge der Reformation aus Kloster Alpirsbach vertriebene Mönch Jakob Hochrütiner kam im Zuge des "Interims" (1548-1555), als Alpirsbach wieder Kloster wurde, zurück und versuchte als Abt mit 12 Mönchen das Klosterleben wieder herzustellen.

Herzog Christoph von Württemberg (1515-1568)
Herzog Christoph hob das Kloster in Alpirsbach endgültig auf. Er schrieb die lutherische Ausrichtung der württembergischen Kirche fest und richtete zur Theologenerziehung dreizehn Klosterschulen ein, darunter auch die Alpirsbacher Klosterschule, und übernahm die politische Führungsrolle des deutschen Protestantismus. Die Mutter Herzog Christophs, Sabina von Bayern, floh vor ihrem Mann, Herzog Ulrich von Württemberg, aus einer unhaltbaren Ehe. Der zurückgelassene Sohn, dem sein Vater zeitlebens mit großem Misstrauen begegnete, wurde in Innsbruck am Hof Ferdinands I. erzogen. Er war lange Zeit in dynastische Konflikte verwickelt. Sein Hof im Alten Schloss war der eines Renaissancefürsten, der höfische Repräsentation und Selbstdarstellung sehr hoch schätzte. Herzog Christophs Regierungswerk legte für über zweihundert Jahre die Grundlage für Württembergs Staatswesen.

Weitere Informationen zu Alpirsbach
 
 
Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook