Romanik
Die Alpirsbacher Klosterkirche aus dem 12. Jahrhundert ist ein sehr gut erhaltenes Beispiel spätromanischer Architektur. Der Kirchenraum hat den Grundriss eines lateinischen Kreuzes, über dem sich eine flachgedeckte Basilika mit ausladenden Querschiffen erhebt. Im Osten wechseln Säulen zu Pfeilern und kennzeichnen damit die Lage der nicht mehr erhaltenen Chorschranke, die Mönche und Laien voneinander trennte. Das Vierungsquadrat (Schnittfläche von Langhaus und Querhaus) ist Maßstab für die übrigen Raumproportionen.
Das Feld über dem Kirchenportal (Tympanon) der Alpirsbacher Klosterkirche gehört zu den herausragenden Zeugnissen romanischer Bauplastik in Südwestdeutschland. In strenger symmetrischer Ordnung erscheint in diesem steinernen Halbbogen Christus in der Mandorla, die von zwei Engeln getragen wird, an deren Seite jeweils eine betende Gestalt kniet (der Stifter Adalbert von Zollern und seine Frau Adelheid von Eberstein). Stilisierte Ornamentbänder umrahmen diese Figuren
Den heutigen Kirchenbesucherinnen und Kirchenbesuchern begegnen heute noch am Hauptportal zwei meisterlich gearbeitete Bronze-Türzieher in Form stilisierter Löwenköpfe. Diese Zeugnisse romanischen Kunsthandwerks haben sich bis auf die Zierringe original erhalten.
In spätgotischer Zeit, zwischen 1480 und 1494, wurde auf dem romanischen Grundrisskonzept aufbauend, der Kreuzgang des Alpirsbacher Klosters erneuert. Dabei wurde dieser aufgestockt und mit einem Sternrippengewölbe versehen, das von prächtigen Schlusssteinen geschmückt ist. Aufwändige Maßwerkfenster und gerahmte Portale vervollständigten die Baumaßnahmen. Von der ursprünglichen farbigen Fassung (Ausmalung) im Kreuzgang gibt es keine Überlieferung..
Im Westbau der Klausur liegen in zwei Geschossen die Wohn- und Diensträume des Abtes. Sie wurden im späten 15. Jahrhundert in gotischem Stil ausgestattet und ausgemalt. Die Prachtentfaltung dieser Repräsenstationsräume spiegelt sich auch heute noch im Erker der Abtsstube, dessen Decke mit einem Sternrippengewölbe und engelgeschmückten Schlusssteinen geziert ist.
Renaissance
In den Dormentzellen haben sich originale Renaissancemalereien erhalten: perspektivische Illusionsmalerei und flächig aufgebrachte Pflanzenranken. Die in diesen Räumen zwischen 1556 und 1595 wohnenden Klosterschüler "ergänzten" den Wandschmuck mit ihren Initialen, Jahreszahlen, Sprüchen und "Graffiti".
Historismus
Die um 1800 in der Romantik vollzogene Hinwendung zum Mittelalter hatte Auswirkungen auf Literatur, Wissenschaft, Kunst und Architektur. Im Zusammenhang mit diesem Historismus, der sich an mittelalterlichen Baustilen orientierte, entstand auch die Denkmalpflege, die Baudenkmäler jedoch nicht nur erhalten, sondern auch "wiederherstellen" wollte. In Kloster Alpirsbach wurde in einer Restaurierungsphase zwischen 1878 und 1881 der Innenraum der Klosterkirche mit ornamentaler, schablonenhafter Dekorationsmalerei überzogen. Dieser Zustand wurde in nachfolgenden Renovierungen wieder ausgelöscht.