Benedikt von Nursia (480-547 ?)
Der Begründer des abendländischen Mönchtums stammte aus Umbrien. Nach seinen Studienjahren in Rom lebte er als Eremit und Mönch. Er gründete 529 das Kloster Montecasino, das Urkloster der späteren Benediktiner. Das Fest des Heiligen wird am 11. Juli gefeiert, Darstellungen zeigen ihn mit Buch (Benediktregel) und Abtsstab.
Benediktiner
Die Mönche des ältesten katholischen Ordens leben nach der „Benediktregel“. Sie fordert Verzicht auf persönliches Eigentum, Keuschheit, Gehorsam und Ortsbeständigkeit. Die Benediktinerklöster waren nicht nur Orte des Gebets und eines auf Gott ausgerichteten Lebens, sondern auch der Wissenschaft und der Kunst. So trugen die Mönche durch ihre Übersetzer- und Kopiertätigkeit maßgeblich zur Ausbreitung des philosophischen und naturwissenschaftlichen Wissens der Antike und des Orients im christlichen Europa bei. In ihren Klöstern wurde die Buchbinderei betrieben, optische Geräte für die Beobachtung der Himmelskörper entwickelt und die Wassermühlen als Kraftquellen entdeckt. Heute widmet sich der Orden u.a. der Ökumene, der Bibelwissenschaft, der Theologiegeschichte und der Missionsarbeit in Afrika und Ostasien.
Graf Burkhard II. von Comburg-Rothenburg (um 1045/50- 1098)
Im Jahr 1078 stiftete der Graf seine Burg und ließ sie in ein Kloster umbauen. Beweggründe hierfür mögen in seiner lang andauernden schweren Erkrankung, die ihn zum Krüppel werden ließ und in den politischen und geistigen Auseinandersetzungen des Investiturstreits gelegen haben. Er selbst wurde, wie viele seiner Standesgenossen, später Mönch in seinem Kloster. Burkhard hatte zahlreiche Verbindungen zu anderen geistlichen Institutionen. Er wurde von zweien seiner Brüder unterstützt, indem sie dem Kloster Grundbesitz schenkten und die Vogtei (Verteidigung und Gerichtsbarkeit) übernahmen. Auch ihre Verwandten und Nachbarn unterstützen das neugegründete Kloster. Graf Burkhard ist in dem um 1200 entstandenen Sarkophag bestattet, der noch heute in der Klosterkirche steht.
Abt Hartwig (1104-1139)
Der aus Hirsau stammende Abt stiftete dem Kloster zwei seiner kostbaren romanischen Kunstwerke, das Antependium (Schmuck des Altartischs) und den berühmten Radleuchter. Unter Hartwig, dem dritten Abt, erlebte das Benediktinerkloster seine erste Blütezeit. Hartwig ist zusammen mit Graf Burkhard II. in dem steinernen Sarkophag der Klosterkirche beigesetzt.
Dekan Erasmus Neustetter (1523-1594)
Erasmus Neustetter, genannt Stürmer von Schönfeld, war von 1551 bis 1594 Dekan des Chorherrenstifts auf der Großcomburg. Ab 1583 bis zu seinem Tod war er außerdem noch Propst. Neustetter ließ das Kloster umfassend neu gestalten. Neben der wehrhaften Ringmauer erbaute man zahlreiche neue Gebäude und erweiterte bestehende. Der humanistisch gebildete Dekan förderte die Wissenschaften und überließ dem Kloster seine wertvolle persönliche Bibliothek.
Herzog Friedrich II. von Württemberg (1754 - 1816)
Friedrich, von 1798 - 1816 Kurfürst, ab 1806 König, war ein Neffe Herzogs Carl Eugen von Württemberg. Er hat sich vor allem wegen seiner Leibesfülle als der "dicke Friedrich" im Gedächtnis der Württemberger erhalten.
Während seiner Regierung wurde Württemberg bedeutend vergrößert und zuerst 1803 zum Kurfürstentum, 1806 zum Königreich erhoben. Der Preis für die Erhöhung war die Annäherung des Landes an Frankreich und Napoleon. Friedrich gelang es, dem Land eine straffe, zentrale Struktur zu geben.