Auf einer Bergkuppe über dem Kochertal liegt die Comburg, die die Grafen von Rothenburg-Comburg im Jahr 1078 dem Benediktinerorden stifteten, der hier ein Kloster einrichtete. Das neue Kloster stand zunächst unter staufischem Schutz.
Seine erste Blütezeit erfuhr das Kloster im 12. Jahrhundert unter Abt Hartwig (1104-1139). Dieser stiftete auch zwei der heute noch erhaltenen und äußerst kostbaren Ausstattungstücke: das vergoldete Antependium, das den Altartisch schmückt und den romanischen Radleuchter.
Mit dem Ende der Stauferherrschaft begann im 13. Jahrhundert der langsame Niedergang des blühenden Klosters. Die Klosterordnung löste sich immer mehr auf, man nahm nur noch Adlige als Mönche auf, ein Bankrott in den Jahren 1318/19 zwang zur Verpfändung von Kirchenschatz und Teilen der Bibliothek.
Am Ende stand 1488 die Umwandlung in ein Chorherrenstift für Adlige.
Im Unterschied zu den Mönchen war den Chorherren vererbbarer persönlicher Besitz erlaubt, sie mussten allerdings unverheiratet sein und dem geistlichen Stand angehören. Die Chorherren mussten nur 14 Tage im Jahr im Kloster anwesend sein. Sie wurden von Chorvikaren bürgerlicher Herkunft unterstützt, die Gottesdienste und Jahrtagsfeiern abhielten. Für jede dieser Handlungen bekamen Chorherren und Chorvikare eigene Geldzuwendungen.
Im 16. Jahrhundert erhielt das Kloster, das noch heute einen wehrhaften Eindruck vermittelt, mit einer umfassende Neugestaltung viel von seinem heutigen Aussehen. Eine fünfhundert Meter lange Ringmauer mit überdachtem Wehrgang, Türmen und Rondellen und zahlreiche Bauten wurden errichtet. Der Dekan Erasmus Neustetter (1551-1594) knüpfte mit der Stiftung seiner wertvollen Bibliothek und der Förderung der Wissenschaften an die vergangene Blütezeit des 12. Jahrhunderts an.
Bedeutende Umbaupläne im Barock blieben unausgeführt, nur die romanische Kirche wurde abgerissen und 1706-15 vom Würzburger Baumeister Joseph Greising eine barocke Hallenkirche erbaut. Nur wenige Teile des romanischen Vorgängerbaus blieben erhalten, z.B. die drei Kirchtürme und der untere Teil des südlichen Querschiffs. Die barocke Ausstattung, der Hochaltar, die Seitenaltäre, das Chorgestühl, die Kanzel und das Orgelgehäuse vervollständigten den neuen Bau.
Im 18. Jahrhundert wurde das Kloster durch die Neue Dekanei, die Obervogtei und den Reischachbau zum letzten Mal erweitert. Außerdem legte man Gärten an und erbaute eine Orangerie und ein Schießhaus. 1802 fiel das Kloster durch die Säkularisation an Württemberg, das Chorherrenstift wurde von Herzog Friedrich II. aufgehoben.
In den Jahren 1807-10 diente das Kloster als Apanageschloss für Prinz Paul von Württemberg und seine Gemahlin Charlotte von Sachsen-Hildburghausen. Von 1817 bis 1909 war hier der Sitz des Königlich-Württembergischen Ehreninvalidenkorps. Dort lebten verarmte, invalide Soldaten, zum Teil mit ihren Familien. Noch heute zeugt der Ehreninvalidenfriedhof westlich des Fruchtkastens von dieser Einrichtung.
Die Großcomburg wurde 1926 zum Sitz der ersten württembergischen Heimvolkshochschule. Diese Bildungsstätte verfolgte einen reformpädagogischen Ansatz. 1934 übernahmen die Nationalsozialisten die Schule und veranstalteten Kurse zur ideologischen Schulung. In den folgenden Jahren wurden eine Bauhandwerkerschule und ab 1939 auch Kriegsgefangene in den Gebäuden des ehemaligen Klosters untergebracht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte man die Schulungstradition auf der Comburg fort. 1947 zog die erste „Staatliche Akademie für Lehrerfortbildung in Baden-Württemberg für Lehrer aller Schularten“ ein. Im Zuge zweier Renovierungsphasen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sanierte das Land Baden-Württemberg Teile der Gebäude und richtete ein Informationszentrum ein.