Unter dem Thema „Glaubenszeugnisse frommer Frauen – Religiöse Kunst im Kloster Heiligkreuztal“ sind in der spätromanischen Bruderkirche sakrale Kunstwerke wie Gemälde, Skulpturen, Gold- und Silbergefäße, liturgische Gewänder und ein Paramentenschrank von 1608 zu sehen.
Die gezeigten Exponate, überwiegend Zeugnisse der Volksfrömmigkeit des 17. und 18. Jahrhunderts, gehörten zur Ausstattung der ehemaligen Klosterkirche. Die Werke stammen überwiegend von lokalen und oberschwäbischen Künstlern.
Zu den künstlerisch wertvollsten Ausstellungsstücken gehört ein Kruzifix, das in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts in einer Ulmer Bildhauerwerkstatt entstand, höchstwahrscheinlich in der des Hans Multscher. Die Christusfigur beeindruckt durch die plastische Ausarbeitung anatomischer Details wie Rippen-, Schulter- und Bauchpartie. Das Kruzifix hing früher im Langhaus der ehemaligen Klosterkirche.
Ein weiteres Glanzstück der Ausstellung ist das „Prager Jesulein“. Dabei handelt es sich um eine prachtvoll bekleidete Wachsfigur, die sich in einem verglasten Holzschrein befindet, der mit aufwendigen Rokokoschnitzereien verziert ist. Die Wachsfigur ist eine verkleinerte Kopie des seit dem 17. Jahrhundert in Prag verehrten Jesulein. Mehr als 100 Kopien des Prager Jesuleins fertigte beispielsweise 1739 der Bildhauer Johann Georg Schlansovky. Über das Heiligkreuztaler „Jesulein“ ist aus Rechnungsbüchern bekannt, dass die Heiligkreuztaler Nonnen 1754 bei Johann Baptist Bommer aus Trochtelfingen einen Schrein dafür bestellten.
Bemerkenswert sind auch die zahlreichen Klosterarbeiten, die von den Nonnen eigenhändig aus unterschiedlichsten Materialien als Fassungen für kleinere Reliquien und Skelette von römischen Katakombenheiligen angefertigt wurden.
Heiliger Coronatus, einer von vier Heiligen Leibern, seit um 1680 im Besitz des Klosters, Neufassung Mitte des 18. Jahrhunderts, ursprünglicher Standort in der Klosterkirche, heute im Museum in der Bruderkirche