Eines der im wahrsten Sinne des Wortes herausragenden Beispiele für romanische Baukunst in Hirsau ist der Eulenturm aus dem 12. Jahrhundert. Er bildete einst zusammen mit dem Südturm den Westabschluss der Peter- und Paulskirche. Der mehr als 37 Meter hohe Turm ist in sechs Stockwerke gegliedert, deren oberste Arkadenfenster tragen. Ein Fries aus Tier- und Menschenfiguren umläuft auf drei Seiten den Turmschaft. Sein Symbolgehalt konnte bisher noch nicht entziffert werden. Für die Romanik typisch ist die auch bei der Hirsauer Klosterkirche einst klare Abgrenzung der einzelnen Kirchenteile und die Doppelturmfassade.
In den Jahren 1482 bis 1493 errichtete man in gotischem Stil des Kreuzgang mit Brunnenhaus an der Stelle des romanischen Vorgängerbaus. Der Kreuzgang verband die Konventbauten untereinander und mit der Klosterkirche. Aufwändige Maßwerkfenster mit farbigen Verglasungen und Rippengewölbe zierten einst dieses klösterliche Zentrum. Durch die für die Gotik typischen größeren Fensteröffnungen konnte mit Hilfe des Lichts die Wirkung des Raums gesteigert werden.
Das repräsentative Jagdschloss der württembergischen Herzöge ergänzte seit 1592 die Klosteranlage. Seine horizontal gegliederte Fassade wird von eindrucksvollen Giebeln bekrönt. Die Renaissance-Ideale von Symmetrie und Proportion bestimmen auch diesen streng geordneten Bau.