Grablege der Staufer

Klosterkirche mit Tumba

Kloster Lorch diente den Staufern als Grablege: Die Forschung geht von etwa 20 Mitgliedern der staufischen Familie aus, die hier begraben liegen. Allerdings kennt man nicht alle Namen.
Zu den wichtigsten Persönlichkeiten, die in Lorch beigesetzt sind, gehören neben dem Stifter Friedrich I.: seine Brüder Ludwig und Walther, Judith von Bayern, die Mutter Friedrich Barbarossas, Prinzessin Irene von Byzanz, die Frau des Barbarossasohns König Philipp von Schwaben, ihre Tochter Beatrix. Als letzter Stauferkönig ist Heinrich von Staufen (1137-1150) in Lorch begraben.

Insgesamt sind für die Klosterkirche drei staufische Begräbnisstellen überliefert: im Mittelschiff, vor den Stufen des Chores und im Chor selbst.

Erinnerung an die Staufer
Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts setzte im ehemaligen staufischen Hauskloster Lorch ein aktiveres Gedenken an die Stifterfamilie ein. Dies hing wohl mit der Klosterreform zusammen, der sich auch Lorch unterzog: Die Rückkehr zu geordneten klösterlichen Verhältnissen sollte durch die Rückbesinnung auf die Gründungszeit unterstützt werden.

Die Staufer-Tumba in der Klosterkirche. Das Foto aus dem Jahre 1866 hat Kunstwert: Es stammt von Jakob August Lorent, einem bedeutenden Architekturfotografen des 19. Jahrhunderts.

 

Staufer-Tumba


Ausdruck der Staufer-Erinnerung war die reich skulptierte, von einem Göppinger Künstler geschaffene Tumba mit ihrer kunstvollen Deckplatte, die das staufische Wappen zeigt. Sie diente als Sammelgrab für die Gebeine der Staufer: 1475 ließ Abt Schenk von Arberg sämtliche Gräber öffnen und die vorhandenen Überreste der Verstorbenen in der Tumba im Mittelschiff zusammentragen.

Der Lorcher Mönch Jakob Spindler, der 1550 ein Werk über die Staufer verfasste, schilderte die Graböffnung: „... hat man funden viel Gebeins, klein und groß, sind unter solchen viel, die 3 Spannen lang gewesen sein, auch viel Hauptschalen [=Schädel], ... an welchen noch hübsch gelb Haar ist gewesen...“.

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook