Das Kloster in der NS-Zeit

NS-Bauernhochschule

Zum 1. April 1932 stellte die württembergische Landeskirche alle Räume des Klosters der Evangelischen Bauernschule zur Verfügung. Zweck der Lehranstalt war die Schulung des bäuerlichen Nachwuchses in einer Wohngemeinschaft von Lehrenden und Lernenden auf evangelisch christlicher Grundlage. 1934 durfte die Landeskirche das Kloster Lorch nicht mehr nutzen und die christlichen Werte sollten durch "Deutsche Gesinnung" ersetzt werden. Am 12. Novemver 1934 eröffnete Landesbauernführer Arnold die neue Bauernschule Lorch ohne Hinzuziehung eines Pfarrers, allein mit von der NS-Weltanschauung indoktrinierten Lehrern. Den Vorrang im Lehrstoff hatte dementsprechend nicht die Wirtschaft, sondern die Politik und das bäuerliche Brauchtum. So sollten die Bauernburschen und Mädel "zu sich selbst geführt werden, zu ihrem Blut, zu ihrer Rasse und zu den Schöpfungen der deutschen Gesinnung".

SS-Feierstunde: Foto in den Göppinger Nachrichten

Mit der Gründung der NS-Bauernhochschule war schon 1934 der Geist des Nationalsozialismus in das Kloster eingezogen. Im Jahre 1937 nahmen die Nazis auch die Klosterkirche mit der Grablege der Staufer in Beschlag.

Model of the church in 1937

Noch im selben Jahr wurde der Beschluss gefasst, in Kloster Lorch eine nationale Staufergedenkstätte nach dem Vorbild der Grabstätte König Heinrichs I. im Quedlinburger Dom und damit eine Stätte für nationalsozialistische Feierstunden größeren Umfangs entstehen zu lassen. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verhinderte solche Pläne.

Stauferschrein

Ob der so genannte Stauferschrein des Schwäbisch Gmünder Goldschmieds Fritz Möhler im Zusammenhang mit den Planungen für eine Staufergedenkstätte im Kloster Lorch angefertigt wurde, ist nicht bekannt. Möglicherweise schuf  Möhler den "Ehrenschrein der Staufer" als Goldschmiedearbeit, mit der er all sein Können zeigen wollte. Erst 1952 wurde das Werk erstmals in der Gmünder Ausstellung "Kunst und Fleiß" gezeigt. Der Schrein steht auf würfelförmigen Füßen, die mit dem Reichsadler verziert sind. Sein Äußeres ist von der romanischen und byzantinischen Kunst beeinflusst.

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook