Wie jedes Kloster hatte auch Kloster Lorch eine Bibliothek, denn die Ordensregel verpflichtete die Mönche zu täglichem Lesen. Ein großer Teil der Bücher scheint jedoch bei dem Brand im Bauernkrieg 1525 vernichtet worden zu sein. Spätestens im Zuge der Reformation 1538 wurden die letzten Bücher abtransportiert. Heute gibt es nur noch sehr wenige Handschriften, deren Zugehörigkeit zur Lorcher Klosterbibliothek angenommen werden kann.
Die drei Lorcher Chorbücher aus den Jahren 1511 bis 1512 werden in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart aufbewahrt. Im Zuge der Vorbereitungen zum Klosterjubiläum 2002 wurden zudem drei weitere Handschriften im Bendediktinerkloster St. Paul im Lavanttal in Österreich entdeckt, die über einen Herkunftsnachweis aus Kloster Lorch verfügen.
Es handelt sich dabei um eine Biblia Latina aus dem 12./13. Jahrhundert, ein oberrheinisches Psalterium vom Anfang des 14. Jahrhunderts und ein Missale vom Ende des 15. Jahrhunderts.
Diese Handschriften wurden möglicherweise über die Abtei St. Blasien, deren Schätze sich ebenfalls im Kloster St. Paul befinden, dort hin gebracht. Aufgrund der drohenden Aufhebungen ihrer Klöster waren die Mönche während der Reformation im 16. Jahrhundert und der Säkularisation im 19. Jahrhundert immer wieder gezwungen, ihre Schätze an sichere Ort zu bringen.