Stilgeschichte

Kircheninneres

Romanik

Die erste Bauphase der Lorcher Klosterkirche beginnt um 1100 und ist wohl bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts abgeschlossen. Man errichtete sie als dreischiffige, flachgedeckte Pfeilerbasilika über dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes. Der monumentale Baukörper strahlt eine für die Zeit bezeichnende Schlichtheit und Ruhe aus.

Kapitell mit Drachen Kapitell mit Tierornament Kapitell Eichblatt

Die romanischen Skulpturen an den Vierungspfeilern entstanden in der zweiten Bauphase des Klosters im frühen 13. Jahrhundert. Sie betonen den Mittelraum des Kirchenschiffs und sind in der Kapitellzone reich mit typisch romanischen Dekorationen versehen: neben geometrischen und Pflanzenornamenten findet man auch eindrucksvolle Tierornamente. Im 19. Jahrhundert wurden die westlichen Vierungspfeiler überarbeitet.

Chor

Spätgotik

Im Jahr 1469 wurde der Chor der romanischen Klosterkirche erneuert. Dazu riss man die Apsis ab und erhöhte den Chorraum. Neben dieser einschneidenden Veränderung im Chor weisen heute vor allem noch die Sternrippengewölbe des Querhauses und der Vierung sowie der nördliche Kreuzgangflügel auf die Gotisierung des Klosters hin.

Abtszimmer

Barock
Die Prälatenstube im 1. Obergeschoss der Prälatur wurde 1687 von einem unbekannten Maler ausgemalt. Er versah die Holztäfelung an der Süd- und Ostwand mit emblematischen Bildern, die abstrakte Begriffe wie z.B. Macht und Obrigkeit illustrieren. Als Vorlage dienten Buchgraphiken, die im Stil der Zeit aus Helldunkel-Kontrasten entwickelt wurden. Die originale Paneelmalerei ist bis heute erhalten geblieben.

Marsiliusturm

Historismus
Zwei Rundtürme flankierten den Westbau des Klosters; sie dienten als Glockentürme und Treppentürme für die oberen Dachräume. 1488 lag der erste Turm in Trümmern, der zweite brannte 1525 bis auf die untere Höhe der Westbaumauern ab. In den Jahren 1880/81 stockte man diesen Turm wieder auf eine Höhe von 38 Metern auf und errichtete in seiner Spitze eine kleine Glockenstube. Seinen Namen soll der Marsilius-Turm nach einem merowingischen Herzog haben, der aber in der Geschichtsschreibung unbekannt ist.

 

 

Weitere Informationen zu Lorch
 
 
Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook