Zeitleiste

um 150-260 n. Chr.

 

wird in Lorch ein römisches Kohortenkastell errichtet

seit dem 8. (?) Jh.

 

dehnt sich der Pfarrsprengel der Lorcher Marienkirche im Osten bis in die Gegend der späteren Stadt Schwäbisch Gmünd aus

um 1060

 

ruft Pfalzgraf Friedrich II. von Schwaben ein Kollegiatsstift ins Leben, das er an der Marienkirche im Dorf Lorch ansiedelt. Diese Kirche kann wohl als eine erste Grablege der Staufer gelten

um 1100

 

gründen die Staufer ein Benediktinerkloster auf dem Frauen- oder Klosterberg an der Stelle einer staufischen Burg

1102

 

übertragen Herzog Friedrich von Schwaben und seine Frau Agnes von Waiblingen das Kloster an den Papst

1136

 

wird die freie Abtswahl zugesichert

um 1140

 

verlegt König Konrad III. die Gräber seiner Ahnen von der Stiftskirche im Dorf Lorch ins Kloster

1151

 

erhält das Kloster einen Schutzbrief der Staufer, ebenso 1190 und 1215

vor 1251

 

geht die Vogtei des Klosters an die Grafen von Württemberg über

1291

 

wird die Schirmherrschaft vom Kloster an Graf Eberhard von Württemberg übertragen, seit 1373 bleibt die Vogtei endgültig bei Württemberg

seit 1297

 

sind von vier Pfarrpfründen zwei im Patronat des Klosters, zwei werden vom Domkapitel Augsburg (darunter die Pfarrei Gmünd) besetzt

1322

 

haben die Grafen von Württemberg die Schutzvogtei inne

Mitte 14. Jh.

 

wird das Lorcher Stift aufgelöst

seit Ende 15. Jh.

 

nimmt der Abt von Lorch an den württembergischen Landtagen teil

1460

 

zerstört ein Feuer die Pfarrkirche

1461

 

wird das Kloster nach der Observanz des Klosters Melk reformiert

1469

 

wird nach dem Umbau des Chores der Klosterkirche und des Kreuzgangs die Weihe vollzogen

1469-74

 

erneuert man die Pfarrkirche

vor 1488

 

liegt der nördliche Rundturm in Trümmern

1488

 

ist der Neubau des Lorcher Hofes und der Lorcher Kelter in Stuttgart beendet

um 1500

 

gehören 69 Dörfer, Weiler und Höfe in die Lorcher Pfarrkirche

1511/12

 

entstehen die Lorcher Chorbücher (ein Graduale, zwei Antiphonare) in der Schreibstube des Klosters

1525

 

wird das Kloster im Bauernkrieg belagert, geplündert und zum Teil zerstört: Brand in der Klosterkirche (Zerstörung des Daches und des Vierungsturmes), südlicher Rundturm ruiniert

um 1530

 

werden die Fresken der Staufer an den Pfeilern im Mittelschiff angebracht

1531

 

ist die Wiederherstellung der Klosterkirche abgeschlossen

1535

 

wird Lorch erstmals evangelisch

1547-1552

 

während des Interims kehren die Mönche nach Lorch zurück

1556

 

Einrichtung der Klosterschule; 1587 nach Adelberg verlegt

1563

 

Ernennung des ersten evangelischen Abtes

1629 und 1634

 

Restitutionsedikt: Gegenreformation im Kloster und Klosteramt Lorch

1648

 

endet die Restitution im Westfälischen Frieden. Lorch wird endgültig evangelisch

seit 1727

 

ist der jeweilige Kanzler der Universtität Tübingen zugleich Prälat von Lorch; Kloster nur noch Sitz von Verwaltungsbehörden, zuerst der Klosteroberamts-Verwaltung, dann eines Kameral- und Forstamtes; in der Klosterkirche kein Gottesdienst mehr

1789

 

beklagt Oberamtmann Bühler den schlechten Zustand der Kirche

1806

 

wird das seit der Reformation bestehende Klosteroberamt Lorch mit den drei Unterämtern Lorch, Pfahlbronn und Täferrot eingerichtet

1861

 

geht die Remstalbahn Stuttgart-Aalen in Betrieb

1865

 

wird Lorch zur Stadt erhoben

seit 1870

 

ist Lorch zum Luftkurort und Ausflugsziel geworden, prominentester Gast: Eduard Mörike

1879-83

 

restauriert Baudirektor F. Berner aus Stuttgart die Klosterkirche

1880/81

 

wird der Marsiliusturm ausgebaut

1898

 

wird eine Inschriftentafel zur Erinnerung an Kaiserin Irene im südlichen Querschiff feierlich enthüllt

1904/05

 

erfolgt die Restaurierung der Stadtkirche

1932

 

zieht eine evangelische Bauernschule im Kloster ein, die zwei Jahre später als national-sozialistische Bauernhochschule geführt wird. Ebenfalls 1932 eröffnet die Stadt im Dormitorium das erste Lorcher Heimatmuseum

1937

 

gibt es Pläne, in der Klosterkirche eine Staufergedenkstätte, eine "Weihestätte für die Partei" (NS-Kurier vom 13./14.11.1937), einzurichten. Eine erste pompös aufgezogene Feier der SS am Grab der Hohenstaufen findet noch im November 1937 statt. Doch die Umgestaltung der Kirche in eine NS- bzw. SS-Feierstätte wird aus heute unbekannten Gründen nicht weiter verfolgt 

seit 1947

 

ist ein Altersheim der evangelischen Heimstiftung im Kloster untergebracht

seit 1950

 

wird die Stadt durch starke Zunahme der Einwohnerzahl, neue Baugebiete, umfangreiche Bautätigkeit vergrößert

1952

 

feiert die Stadt mit den "Lorcher Heimattagen" das 850-jährige Jubiläum des Klosters. Teil des Festprogramms ist der historische Festzug durch die Stadt, in dem Römer und Staufer auftreten, und die Wiedereröffnung des Heimatmuseums im Kloster

2002

 

feiern die Stadt Lorch und das Land Baden-Württemberg gemeinsam das 900-jährige Jubiläum des Klosters mit einer großen Sonderausstellung. Zugleich beendet der Maler Hans Kloss das Staufer-Rundbild im Kapitelsaal, das die Geschichte der Staufer in lebendig-bunten Szenen zeigt

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook