Die Gründungslegende des Klosters Ochsenhausen hängt, wie viele solcher Mythen, mit einem Tier zusammen. Ein Ochse soll beim Pflügen den vergrabenen Klosterschatz eines ehemaligen Frauenklosters, dessen Bewohnerinnen vor den Ungarn geflüchtet waren, zutage gefördert haben. Am Ort dieses Funds soll dann Kloster Ochsenhausen gegründet worden sein. Das „Öchsle“ im Klosterwappen erinnert noch heute an diese Sage.
„Zur selben Zeit auch hat Bischof Gebhard von Konstanz dem Abte Uto von St. Blasien ein anderes Klosters nicht weit von Wiblingen zur Ehre des Hl. Georg geweiht. Den Ort und was zu ihm gehörte haben der Edle Konrad und seine Brüder St. Blasien ohne jede Bedingung übergeben und den genannten Abt gebeten, daß er den Dienst Gottes in diesem Ort einführe. Der Abt hat nicht gezögert, ihren Wünschen nachzukommen.“
Bernold von St. Blasien, 1093
Die Steuerschätzung aus dem Jahr 1784 notiert unter anderem alle Handwerker, die es, außer den Klosterbediensteten und Tagelöhnern in Ochsenhausen gab und zählt auf: 7 Krämer, 6 Gastwirte, 5 Schuhmacher, 4 Bäcker, 4 Schreiner, 4 Schneider, je 3 Sattler, Stricker, Zimmerleute, Barbiere, je 2 Glaser, Rotgerber, Schmiede, Maurer, Kaminfeger, Müller, Nagelschmiede, Wagner, und Weber, je 1 Uhrmacher, Seifensieder, Metzger, Färber, Hammerschmied, Buchbinder, Weißgerber, Orgelmacher, Schlosser, Rechenmacher, Käsehändler, Hutmacher, Siebmacher und Kupferschmied.
„Auf den Abend trafen wir im Reichstifte Ochsenhausen ein, nachdem wir durch einen Markt gleichen Namens durchgefahren waren. Es ist eine herrliche Gegend, wo guter Wiesenwachs mit noch schöneren Kornfeldern abwechselt. Der hochwürdige Reichsprälat Romuald nahm uns mit außerordentlichen Gnadenbezeichnungen auf. Er unterbrach sogar sein Nachtmahl. (...) Vormittags besahen wir die jetzt noch in vielen Zimmern klassenweise zerstreute Bibliothek. Das historische, patristische, philologische und linguistische Fach nimmt sich besonders heraus. Wirklich baut man an einem neuen, etwas 130 Schuhe langen Büchersaal, wozu noch ein mathematisches Armarium kommt...“
Johann Nepomuk Hauntinger, St. Gallen: Reise durch Schwaben und Bayern im Jahre 1784
Im Jahr 1803 fiel das Kloster durch die Säkularisation an Graf Metternich, 1807 wurde der Konvent aufgelöst. Auf dem Grabstein des letzten Abtes von Kloster Ochsenhausen, Romuald Weltin, steht gemeißelt: „Dem die Kriege die Ruhe, der Friede aber das Land entriß“.
Im Jahr 1793 verzeichnet das Rechnungsbuch des Klosters Ochsenhausen unter anderem:
„Heurigen Somer hat R.P.Basilius einen sehr großen Eisen Quadranten in das Observatorium Mathematicum verfertigt, wobei der Hammerschmied Aloysi Weißhaubt verdient 154,58.- Gulden, item (außerdem) 2 Schlossergesell 99.- Gulden...“
Im Jahr 1790 investierte man 4097 Gulden für folgenden Zweck: „Schlafkammern für die Studenten sind zu feucht, deshalb Theater abgerissen u. die Schul auf den Theaterplatz transferiert. Zuvor viele Ausschläge u. Krankheiten. Auch weil viel Thumult u. Unruhe durch diese junge Pursche in Conventu erregt werde.“
Mein lieb Ochsenhausen, wie bist du so schön
Mit all deinen Tälern, mit all deinen Höh´n.
Du herrliches Kloster mit all deiner Pracht,
kündest uns täglich von göttlicher Macht.
Stolz schaut dein Kirchturm hinaus überall
Hell klingen die Glocken durchs Rottumtal.
Die Orgel von Gabler mit himmlischem Klang,
Herzen erbauet bei Spiel und Gesang.
Du schattiger Krummbach mit murmelnden Quell´n,
kristallklares Wasser mit flinken Forell´n.
Ihr uralten Bäume, welch liebliches Grün,
zu dir, o Krummbach, da zieht es mich hin. (...)
Franz Klumpp (1891-1973)