Die mittelalterlichen Bauten von Kloster Ochsenhausen sind nicht erhalten. Auf dem Stifterbild (1481, Simon Rubner von Zweinbruck) halten zwei Adlige aus dem Haus Wolfertschwenden ein Modell der mittelalterlichen Klosterkirche in den Händen. Deutlich erkennt man hier den einfachen Saalbau der spätgotischen Basilika mit jeweils vier Fenstern an den Längsseiten.
Die von dem flämischen Bildhauer Aegid Verhelst d.Ä. geschaffene Kanzel der Ochsenhausener Klosterkirche ist ein Meisterwerk des Barock. Die 1742 fertiggestellte Kanzel besteht aus einem Korb, der scheinbar von einem Engel getragen wird und einem auch sehr aufwendig gestalteten Schalldeckel, auf dem der von Engeln in den Himmel entrückte Heilige Benedikt steht. Das gesamte Werk zeichnet sich durch seine gen Himmel strebende Bewegung und die dynamischen Verzierungen aus.
Neben dem Kapitelsaal und dem Armarium (Kabinett physikalischer Geräte) gehört der Bibliothekssaal, der erst 1783 im Nordflügel eingerichtet wurde, zu den im Stil des frühen Klassizismus verwirklichten Räumen. Sechzehn Pfeiler stützen die Empore, die von ionischen Säulen geschmückt wird. Der vorwiegend in weiß gehaltene Saal wird von antiken Gottheiten (Hermes, Athene, Apoll) und einer Muse (Urania) geschmückt. Die Deckenfresken stellen diesen Figuren, die das weltliche Wissen verkörpern, die göttliche Weisheit gegenüber.