Anekdoten

Blick auf Kloster

Sagenhafte Klostergründung

Die Anfänge vieler Klöster liegen im Dunkeln. Auch über die Gründung von Kloster Schöntal gibt es keine einheitlichen Forschungsergebnisse. Wie so oft wirft eine Legende ihr Licht auf den Ort und die Umstände: „Als eben der Stifter und die drei Mönche von Maulbronn auf dem zum Kloster bestimmten Platze wegen des neuen Baues sich beratschlagten, stand plötzlich ein unbekannter alter Mann vor ihnen, der sie fragte, über was sie so eifrig redeten, und als er ihre Absicht vernahm, zu ihnen sagte: Verlasset diesen Platz, und sehet Berg abwärts, dort unten ist ein schönes Tal – worauf er sie plötzlich verließ.“

Fries des Nordturms

Hirsche und Hund auf dem Baugerüst

Vom Fries des Nordturms der einstigen Klosterkirche in Schöntal blicken drei Tiere herab, ein Hund, ein Hirsch und eine Hirschkuh. Die Legende erzählt, dass die drei dem Abt Benedict Knittel, der den Fortgang der Bauarbeiten verfolgte, auf ein Brettergerüst gefolgt seien. Frater Benedictus Schontalensis legt hiervon Zeugnis ab:

„Ein gros paar Hirsch sambt einem Hundt
Nebst ihrem Herrn frisch und gesundt
Auf diesem Platz vor Zeiten stundt
Mit Wahrheist Grund Sey dieses Kundt.“
„Ein gros paar Hirsch sambt einem Hundt
Nebst ihrem Herrn frisch und gesundt
Auf diesem Platz vor Zeiten stundt
Mit Wahrheist Grund Sey dieses Kundt.“

Götz von Berlichingen

Götz von Berlichingen

In Kloster Schöntal ist der Ritter Götz von Berlichingen begraben. Das Kloster diente als Grablege seiner Familie. Johann Wolfgang Goethe setzte dem berühmten Kämpfer ein literarisches Denkmal, das auch wegen seines berühmten Götz-Zitates bekannt ist. Dieses wird seit der zweiten Auflage des Dramas nicht mehr gedruckt, ist jedoch den Leserinnen und Lesern (und nicht nur denen) wohlbekannt:

In der Mitte des Stücks steht der mit dem Häuflein seiner letzten Getreuen in seiner Burg eingekesselte Götz am Fenster und ruft dem Anführer der weit überlegenen kaiserlichen Truppen zu: "Vor Ihro Kaiserliche Majestät hab ich, wie immer, schuldigen Respekt. Er aber, sag's ihm, er kann mich [im (!) Arsch lecken]“.

Sportunfall

Seminaristenpech

Über 165 Jahre, von 1810 bis 1975, beherbergte Schöntal ein Evangelisch-theologisches Seminar. Aus den (ausschließlich männlichen) Seminaristen wurden später Pfarrer der Evangelischen Landeskirche oder württembergische Beamte.

Wurden Seminaristen krank, kamen sie in die Krankenstube. Dort mussten sie den Grund und die Dauer ihres Aufenthaltes in ein Tagebuch eintragen. Einige der Einträge sind illustriert. Unter der Zeichnung eines Sportunfalls ist zu lesen: „31. Januar – 24. Februar 1898. Ich zog mir durch einen ungeschickten Sturz vom Pferd einen leichten Wadenbeinbruch zu und wurde dadurch 3 Wochen ins Bett gebannt, bis mich Königs Geburtstag erlöste. Theodor Hermann.“

Seminaristenlob

Der Promotionsjahrgang 1950 des Schöntaler Seminars schildert in einem handgeschriebenen Heft anschaulich den Gang durch die Räume des Seminars, auch die Küche ist dabei:
„An der Spitze des aus 3 bis 4 Mädchen bestehenden Küchenregiments stehen die beiden Fräulein Lindner. Doch weil zwei Kommandierende nebeneinander selten dem Ganzen nutzen, wechselten die beiden Schwestern allwöchentlich in der Regie miteinander ab. (...) Dadurch, dass sie den Speisezettel fortlaufend immer um ein kleines verbesserten, haben sie mit dazu beigetragen, dass wir uns während unseres Schöntaler Aufenthalts nicht die ganze Zeit von hier wegsehnten....“

Weitere Informationen zu Schöntal
 
 
Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook