Ausgabe  3 - 2010   

Musik, Porzellan und Skulpturen aus Marmor



Fassade des Friedrichsbau
Schloss Heidelberg, Friedrichsbau,Ausschnitt aus der Hoffassade

Der Friedrichsbau, eines der schönsten Bauwerke der Heidelberger Schlossanlage, geht auf Heidelbergs letzten Ritter zurück, den Kurfürsten Friedrich IV. von der Pfalz. Vor 400 Jahren starb der beliebte Landesvater, aber schwache Regent an den Folgen seines ausschweifenden Lebenswandels. Im Rahmen von Sonderführungen können sich Besucherinnen und Besucher in seine Zeit zurückversetzen lassen.

Mitte September wird ein Festwochenende Vergnügungen der Spätrenaissance nachvollziehbar machen. Gaukler treten auf, Tänzer und Musikanten. Zu hören sein werden Instrumentalstücke renommierter Heidelberger Hofmusiker. Ein besonderes Erlebnis dürfte die farbprächtige Inszenierung von Shakespeares „Sommernachtstraum“ im Schlosshof werden.

INCANTO

   

Zwei Leidenschaften einer Epoche in einem Exponat vereint: die blauweiße Keramik und die Tulpe
Markgräfin Sibylla Augusta und ihr Sohn Ludwig Georg als Jäger und Jägerin gekleidet

In eine andere Zeit entführt ein Besuch ins Porzellanschlosses Favorite in Rastatt-Förch, das vor 300 Jahren Gestalt annahm. Eine Sonderausstellung über frühe Meißener Porzellane zeigt kostbare Stücke aus einem faszinierenden Material, das zu Zeiten der Markgräfin Sibylla Augusta ein „High-Tech-Produkt“ war. August der Starke teilte ihre Begeisterung und sorgte dafür, dass sie ihre Sammlung gut bestücken konnte. – In der Rubrik „Vitrine“ stellen wir als interessantes Exponat eine Tulpenvase aus dem Porzellanschloss vor. Hier sind zwei große Leidenschaften des Barock vereint: die Liebe zur Tulpe und zu blauweißer Keramik. Wer nach der Besichtigung der Innenräume, die immer wieder Ausblicke ins Grüne zulassen, im Schlosspark flanieren möchte, kann mit Hilfe des dendrologischen Rundgangs einheimische und exotische Gehölze betrachten. Diese stammen zum Teil aus der Entstehungszeit des Schlosses.

Karl Joseph Riepp

Einem Zeitgenossen der Markgräfin Sibylla Augusta ist das Künstlerporträt gewidmet: Karl Joseph Riepp, seines Zeichens Orgel- und Weinbauer in Deutschland und Frankreich. In Salem würdigt eine Ausstellung anlässlich der 300. Wiederkehr seines Geburtstags diese talentierte Persönlichkeit. Mit der Salemer Münsterorgel lieferte er ein Meisterstück ab. Im Oktober wird eine Leseraktion des Schlösser-Magazins nach Salem führen.

„Circe“, Skulptur von Emil Wolf (1864)

Die Staatlichen Schlösser und Gärten (SSG) sind offen für Kooperationen. Im Falle der Rosensteinskulpturen aus dem Besitz des württembergischen Königs Wilhelm I. ergab sich eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der Staatsgalerie Stuttgart. Das 14 Stücke umfassende Figurenensemble ist seit Juni im Säulensaal der Alten Staatsgalerie als Dauerleihgabe der SSG zu sehen. An einem stimmigen Ort, denn der einstige Regent gründete die Einrichtung.

Über Grafen, Herzöge und Könige, die Herkunft der Titel und ihre Bedeutung hat Sie unsere Serie „Adel verpflichtet“ informiert. In der zehnten und letzten Folge geht es um adelige Frauen, die durch Tatkraft aus dem Schatten ihrer prominenten und mächtigen Männer heraustreten konnten.

Der Ausflugstipp führt dieses Mal nach Ludwigsburg zu Schloss Monrepos. Vor 250 Jahren ließ Herzog Carl Eugen von Württemberg den Grundstein für das reizvolle Schlösschen legen.

Dieses Aquarell aus der Zeit um 1860 zeigt das Seeschloss Monrepos mit der neugotischen Kapelle aus dem Hohenheimer Schlossgarten


Neben einer Fülle weiterer interessanter Themen enthält das Heft auch Veranstaltungstipps. Übrigens, ein ausführlicher, ständig aktualisierter Veranstaltungskalender ist über dieses Internet-Angebot abrufbar.

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook