In der Antike hatte die Badekultur einen sehr hohen Stellenwert. Man sprach dem Bad nicht nur reinigende, sondern auch heilende Wirkung zu. Das Baden bestand aus einem Wechsel von Warm- und Kaltbädern. Deshalb gab es an sehr vielen Orten öffentliche Badehäuser mit heißem und kaltem Wasser – im vierten Jahrhundert zählte man in Rom ungefähr 900 öffentliche Bäder, die von Angehörigen aller Schichten aufgesucht wurden. Gebadet wurde nach Geschlechtern getrennt. Beheizt wurden die Anlagen mit Fußbodenheizung, gebadet wurde nach genau festgelegten Ablauf.
Im Apodyterium (Umkleideraum) legten die Besucher ihre Kleidung ab. Es gab Bänke, Wandnischen und Regale zur Aufbewahrung. Hier wurde auch das Eintrittsgeld bezahlt. Anschließend ging nackt in Holzschuhen und mit einem Leinenhandtuch ins Frigidarium (Kaltbaderaum), wo man sich reinigte.
Danach folgte der Gang ins Tepidarium (Warmbaderaum). Hier herrschte eine Temperatur von 20 bis 25 Grad Celsius, es gab Bänke und Wasserbecken, man konnte sich ölen und massieren lassen. Das Tepidarium diente der Gewöhnung an kalte bzw. heiße Bäder.
Der zentrale Raum im Bad war das Caldarium (Heißbaderaum). Es war auf eine Temperatur von 50 Grad Celsius erwärmt, der Boden war bis zu 57 Grad heiß. Hier waren die hölzernen Badeschuhe sehr wichtig, um sich nicht die Füße zu verbrennen. Im Caldarium gab es meist mehrere Gemeinschaftswannen. Zum Abhärten ging man danach ins Laconicum – Sudatorium (Schwitzbad). Oft war dies ein kleiner gewölbter Raum, in dem man auf Bänken oder in Wandnischen sitzen konnte. Zum Abkühlen gingen die Badenden dann zurück ins Tepidarium und anschließend zum Abschluss des Bades wieder ins Frigidarium , wo es neben Schwimmbecken auch Platz und Gelegenheit zur Unterhaltung und zum Spiel gab..
Viele Bäder hatten auch Sport- und Spielhallen, Außenterrassen und Behandlungszimmer für Ärzte, Läden und natürlich auch Latrinen.