Römerbadruine Hüfingen

Als die Römer im ersten Jahrhundert n. Chr. über die Alpen kamen, um die Donaugrenze ihres wachsenden Imperiums militärisch zu sichern, errichteten sie den „Donau-Limes“. Als westlicher Abschluss dieses Grenzwalls entstand in der Zeit des Kaisers Claudius (41-54 n. Chr.) das Kastell „Brigobannis“.

Das Badewesen spielte für die römische Lebensart eine wichtige Rolle und so waren auch für das fern der Heimat liegende Militärlager die so sehr geschätzten „thermae“ unverzichtbar. Um 70 n. Chr. entstand deshalb eine große Badeanlage, die den Soldaten zur Hygiene, körperlichen Abhärtung, Gesundheit und Entspannung dienen sollte. Bald war der Luxus eines beheizten Bades nicht mehr nur den Kastellbewohnern vorbehalten, sondern wurde auch von der Zivilbevölkerung der nahe gelegenen Siedlung genutzt.

Als nur wenige Jahre später die römische Grenze weiter nach Norden verlegt wurde, verlor der Militärstützpunkt seine Bedeutung. Die Siedlung am Fuß des Kastells blieb jedoch bestehen – und mit ihr die rund 300 Quadratmeter große Badeanlage.

Schutzgebäude der Römerbadruine Hüfingen


Nach Jahrhunderten des Vergessens und Verfalls wurde das ehemalige Kastell am Anfang des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt. Zu verdanken ist dies Fürst Karl Egon II. von Fürstenberg (1796-1854). Nachdem 1820 auf der „Tabula Peutingeriana“, einer römischen Straßenkarte, der Ort „Brigobanne“ mit Hüfingen identifiziert worden war, veranlasste der kunstinteressierte Adlige die Ausgrabung des Bades. Ein Jahr später ließ er zum Schutz der freigelegten Therme einen Bau nach dem Vorbild von Scheunen aus dem Gebiet der Baar errichten. Auch dieser Bau verdient besondere Beachtung: Bis heute ist es das erste und einzige Schutzgebäude einer Ausgrabung aus dieser Zeit! Deshalb steht er, genau wie die Römerbadruine, unter Denkmalschutz.

Museum Römerbadruine Hüfingen


In den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde der Schutzbau aufwendig saniert und ist seit 1995 für Besucher wieder zugänglich. Eine Anlage aus transparenten, frei schwingenden Stegen ermöglicht einen eindrucksvollen Blick über die antiken Überreste. Informationstafeln und Vitrinen mit Originalfunden bieten interessantes Hintergrundwissen und laden auf eine spannende Reise in die Zeit der Römer ein.

Weitere Informationen zu Hüfingen
 
 
Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook