Die „Elefantenuhr“ aus Schloss Waghäusel
Die prächtige „Elefantenuhr“, ca. 1750/60 in Paris entstanden, ist aus einem schildpattfurnierten Holzkorpus gearbeitet und mit vergoldeter und patinierter Bronze verziert. Sie ist multifunktional: neben dem Uhrwerk verfügt sie über ein Musikwerk mit Flöten- und Glockenspiel, das acht bekannte zeitgenössische Tänze spielt.
Das Schicksal der Kaminuhr lässt sich recht gut zurückverfolgen: Dem letzten Fürstbischof, Wilderich von Walderdorff, wurde 1802 Schloss Waghäusel, ein Sommersitz der Fürstbischöfe von Speyer, als Wohnsitz zugestanden. Zur Möblierung führte er etliche Einrichtungsgegenstände, darunter wohl auch die Kaminuhr, von Bruchsal nach Schloss Waghäusel. 1808 war die Kaminuhr zurück nach Schloss Bruchsal gelangt und stand zunächst im so genannten Kammerflügel. 1858 ist sie im so genannten Roten Zimmer von Schloss Bruchsal nachgewiesen. Drei Jahre später kam das Stück in die Karlsruher Hauskämmerei und 1864 ins Karlsruher Schloss. Heute gehört sie zum Bestand des Badischen Landesmuseums Karlsruhe.