Hostiendose aus Meersburg
Die 1610-1615 entstandene Hostiendose ist aus vergoldetem Silber. Auf ihren Deckel wurde eine Darstellung der Stigmatisation des hl. Franziskus graviert. Der regierende Fürstbischof Jacob von Fugger (1604-1626) gab die Hostiendose bei Bartholome Koch, einem Augsburger Goldschmied, in Auftrag. Zusammen mit anderen Altargeräten gehörte sie zur Ausstattung der Meersburger Hofkirche.
Im Zuge der Säkularisation wurden viele kostbare silberne Altarausstattungen zur Einschmelzung nach Karlsruhe gesandt. So wurde auch die Ausstattung der Meersburger Hofkirche 1804 ingesamt als „entbehrliches“ Silber bezeichnet. Das zur Hostiendose gehörige, bis 1807 in Meersburg benutzte Ziborium fiel 1809 der Einschmelzung zum Opfer. Nur für die Hostiendose selbst ordnete man die „Conservirung“ an und bewahrte sie in der Karlsruher Silberkammer auf. Von dort gelangte sie 1897 an das Zähringer-Museum, den Vorgänger des Badischen Landesmuseums Karlsruhe.