Greifenklaue
Dieses prunkvolle mittelalterliche Trinkgefäß galt früh schon als bewahrenswerte Kostbarkeit: Aus dem Speyerer Domschatz kam die Greifenklaue auf Entscheidung Großherzog Karl Friedrichs 1807 zuerst in die Silberkammer und später ins Badische Landesmuseum Karlsruhe.
Trinkgefäße dieser Art waren im Mittelalter beliebt: Die Bezeichnung „Greifenklaue“ geht auf die Legende des Hl. Cornelius zurück, der einen Greifen von der Fallsucht heilte und zum Dank eine seiner Krallen erhielt. Man glaubte, Greifenklauen könnten Gifte anzeigen und Krankheiten heilen.
Diese Greifenklaue wurde im 14. Jahrhundert aus Rinderhorn, vergoldetem Silber und Email gearbeitet. Die Speyerer Domherren verwendeten sie für die Johannes-Minne, ein Segensritual, das am 2. Christtag erst „in den Kirchen, nachmals aber an den Tafeln der Dom Pröbsten und Dechanten getruncken ward.“