Die Mütze des Königlich-Württembergischen Ehreninvalidencorps
Auf der Stirnseite dieser Mütze aus dunkelblauem Filz mit flachem
runden Deckel war das württembergische Wappen angebracht und darüber
ein eisernes Schild ohne Abzeichen. Solche Mützen gehörten zur Uniform
der Württembergischen Ehreninvaliden, die während des ganzen 19.
Jahrhunderts auf der Großcomburg wohnten.
Ende des Jahres 1802 hatten württembergische Truppen die Großcomburg in Besitz genommen und die dort lebende Ordensgemeinschaft hatte ihre Existenz verloren. 1817 verlegte König Wilhelm I. das 1806 in Stuttgart gegründete Königlich-Württembergische Ehreninvalidencorps auf die Großcomburg. Die Ehreninvaliden, Soldaten und Offiziere im Ruhestand, hatten in den Revolutions- und Napoleonischen Kriegen gedient. Für ihren Lebensunterhalt war gesorgt – sie bekamen Kost und Logis. Bis 1909, fast ein Jahrhundert lang, lebten auf der Großcomburg bis zu 200 Altgediente und Kriegsverletzte, teils mit ihrer Familie, als kleine Gemeinde mit eigener Schule und Friedhof.
Für die Uniformen war vorgeschrieben: ein dunkelblauer Überrock mit einer Reihe gewölbter weißer Knöpfe ohne Gepräge, roter Knopfleiste und roten Kragen- und Ärmelaufstössen, dunkelblaue Hosen mit roter Seitennaht, die über die Stiefel zu tragen waren, ein grauer Mantel sowie die hier gezeigte dunkelblaue Mütze.