Der Rote Ornat aus St. Blasien
Der so genannte „Rote Ornat“ aus St. Blasien ist ein Messgewand aus einer mehrteiligen, äußerst kostbaren Altarausstattung. Er wurde 1783 zur Einweihung der Klosterkirche in Auftrag gegeben und zeugt noch heute von der Bedeutung und vom einstigen Reichtum der Benediktinerabtei. Vor der Säkularisation war St. Blasien das reichste Kloster auf vorderösterreichischem Gebiet. Von hier aus wurde das Fürstentum Bonndorf regiert, zu dem große Teile des Südschwarzwaldes gehörten: unter anderem Oberried, Todtmoos und Rothaus mit seiner Brauerei. St. Blasien war ein Ort ausgesprochen regen und vielseitigen klösterlichen Wirkens. Durch seine Klosterschule wurde es zu einem anerkannten Zentrum der Naturwissenschaften, das über eine große Bibliothek verfügte.
Die Säkularisation beendete die Tradition von St. Blasien: Die Klosterbrauerei wurde verstaatlicht; fast die Hälfte der Mönche wanderte nach St. Paul (im Lavanttal, Kärnten) aus und nahm Teile der Bibliothek und des Klosterschatzes mit. Der Rote Ornat kam, wie viele andere Gegenstände des Klosterschatzes, nach Freiburg ins Kirchengerätedepositorium. Von dort wurde er 1808 an die Münsterkirche Freiburg weiterverkauft.