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Portraitbüste der Erbherzogin Stephanie von Baden


Die Portraitbüste der Erbherzogin Stephanie von Baden

Das Portrait der Erbgroßherzogin Stephanie von Baden wurde zwischen 1809 und 1810 von Johann Heinrich Dannecker gefertigt. Erhalten ist ein 36 cm hohes Terracottamodell, nach dem eine – heute leider verschollene – Marmorbüste ausgeführt worden war. Dannecker modellierte das Portrait der zwanzigjährigen Stephanie im klassizistischen Stil der Zeit. Die junge Erbgroßherzogin trägt eine modische Frisur nach antikem, griechischem Vorbild, ihre Gesichtszüge sind durch edle Strenge gezeichnet.

Stephanie de Beauharnais war eine entfernte Verwandte von Josephine Beauharnais, der ersten Frau Napoleons. Napoleon adoptierte Stephanie de Beauharnais, um sie 1806 mit Erbherzog Carl, dem Enkel des badischen Großherzogs Karl Friedrich zu vermählen. Der badische Hof willigte erst nach der Adoption in den Heiratsvorschlag Napoleons ein.

Das Paar residierte im Mannheimer Schloss. Da Stephanie bei der Hochzeit die Ausübung ihres katholischen Glaubens zugesichert worden war, richtete man ihr in den Schlössern zu Mannheim und zu Karlsruhe je eine neue katholische Hauskapelle ein. Die Ausstattung dieser Kapellen setzte man aus liturgischen Gewändern und Gegenständen der unterschiedlichsten säkularisierten Kirchen und Klöstern zusammen. Die seit 1803 evangelische Schlosskirche in Mannheim wurde fortan auch für katholische Messen genutzt.

Stephanie von Baden lebte bis zu ihrem Tod 1860 im Mannheimer Schloss. Die ersten Jahre ihrer Ehe mit Erbherzog Carl waren nicht glücklich. Erst mit der Thronbesteigung Carls versöhnten sie sich. Nach dem frühen Tod ihres Mannes entfaltete Stephanie noch ein letztes Mal den Glanz höfischen Lebens in der Mannheimer Residenz.

 
 
Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook