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Romanische Kreuz


Das romanische Kreuz von St. Trudpert

Das Vortragekreuz von St. Trudpert stammt aus dem Mittelalter. Es wurde um 1175/80 für das Kloster gefertigt. Gearbeitet ist es aus teilweise vergoldetem Silberblech. Die Vorderseite des Kreuzes zeigt die Kreuzigung Christi mit Maria und Johannes, eingerahmt von den drei Evangelisten Lukas, Matthäus und Markus. Auf der Rückseite findet sich das Weltgericht. Christus thront über den Sterblichen und präsentiert seine Wundmale. Die Medaillons auf der Vorder- und Rückseite am Fuß des Kreuzes zeigen die Stifter des Kreuzes, Godefriedus und Anna, kniend im Gebet.

Im 13. Jahrhundert bekam St. Trudpert eine Reliquie vom Heiligen Kreuz gestiftet, die hinter dem geschliffenen Bergkristall über dem Haupt Jesu in das Kreuz integriert wurde. Im 18. Jahrhundert veränderte man die Podeste unter den Figuren von Johannes und Maria. Anstelle der ursprünglichen Ankerform gestaltete man sie nun in Form zweier barocker Voluten.

Das Kreuz war für das Kloster und für die Gemeinde in St. Trudpert stets von besonderer Bedeutung. Man erzählt, dass einer der Säkularisationskommisare bei der Inventarisierung der Besitztümer beobachtete, wie andächtig das Volk die Heiligkreuzreliquie anbetete. Angeblich verzichtete er daraufhin auf ihren Abtransport. Tatsache ist, dass die badischen Behörden bedeutende Wallfahrtskirchen in der Regel rücksichtsvoll behandelten und ihnen ihre wichtigsten Ausstattungsstücke beließen – so auch in St. Trudpert. Noch heute wird das Kreuz in der ehemaligen Klosterkirche aufbewahrt und einmal im Jahr, zum Trudpertsfest am 26. April, bei einer feierlichen Prozession gezeigt.

 
 
Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook