Wilderich von Walderdorff, der letzte Fürstbischof von Speyer, um 1800, Öl auf Leinwand
Die Säkularisation beginnt in Bruchsal schon im September 1802: In einem vertraulichen Schreiben an den Fürstbischof von Speyer kündigt Markgraf Karl Friedrich die bevorstehende Okkupation von Bruchsal an. Daraufhin verlässt Fürstbischof Wilderich von Walderdorff sein Schloss. Der badische Kommissar Ernst Siegmund Herzog kommt mit einem Militärkontingent nach Bruchsal und nimmt die provisorische Besitznahme vor. Gedruckte Patente werden zur Bekanntmachung an öffentlichen Gebäuden angeschlagen. Zugleich besetzen badische Truppen die rechtsrheinischen Teile des Hochstifts Speyer. Im November werden die Bruchsaler Behörden offiziell informiert, das Personal aus der Verpflichtung gegenüber dem Fürstbischof entlassen. Am 24. des Monats vollzieht Kommissar Herzog die „Würckliche Civil-Besitznahme“ und übernimmt für Baden die Regierung im Hochstift, nun „Fürstentum Bruchsal“ genannt.
Ab 1803 und in den Folgejahren vollzieht sich die endgültige Übernahme des ehemals fürstbischöflichen Besitzes: Die Möblierung des Schlosses wird inventarisiert, die Schatzkammern und Archive versiegelt, deren Inhalte inventarisiert und schließlich verteilt, die Hofhaltung aufgelöst. Bis 1832 war ein Teil des Schlosses Witwensitz der Markgräfin Amalie von Baden, mit ihrem Tod erlosch das höfische Leben in Burchsal.