Anekdoten


Wallfahrtskirche auf dem Schönenberg

Ein Blitzschlag und seine Folgen

Der Jesuitenpater und Volksmissionar Philipp Jeningen kam 1680 nach Ellwangen und wurde zum engen Berater und Freund des Fürstpropsten Johann Christoph IV. Adelmann von Adelsmannfelden.

Sein Ziel, den Schönenberg über der Stadt Ellwangen mit einer großen Wallfahrtskirche zu schmücken, scheiterte vorerst an Geldmangel.

Als er am 14. September 1681 den Fürstpropst in seiner Residenz besuchte, schlug ein Blitz ins Schloss ein. Das durch einen Blitz entfachte Feuer drohte auf die ganze Stadt überzugreifen. In dieser Situation rang der Pater dem Fürsten das Versprechen ab, im Falle einer Verschonung der Stadt eine Kirche auf dem Schönenberg errichten zu lassen. Die Stadt blieb vom Feuer unberührt und der Kirchenbau wurde beschlossen.

Hexenverfolgung in Ellwangen

Besonders in der Zeit der Fürstpröpste Johann Christoph I. von Westerstetten (1603-1613) und Johann Christoph II. von Freyberg und Eisenberg (1613-1620) klagte man auch in Ellwangen so genannte Hexen an, Gott und die Heiligen zu verleugnen, Unzucht mit dem Teufel zu treiben und Verursacher von Seuchen und Unwettern zu sein. Die Angeklagten mussten sich selber dieser angeblichen Vergehen bezichtigen und gaben unter der Folter Geständnisse ab. Das darauf folgende Urteil sah in vielen Fällen die Verbrennung bei lebendigem Leib vor. Die Fürstpröpste wandelten diese Strafe meist in einen Tod durch Schwert oder Strang um.

Zwischen 1588 und 1627 verloren insgesamt 350 Frauen und 100 Männer aus der Stadt Ellwangen und den umliegenden Ortschaften der Fürstpropstei ihr Leben.

Ein typischer Ellwanger: Chorherr von Freiberg (1703 – 1773)

Der Chorherr Anton Albert von Freiberg wohnte in der Oberamtsstraße 2, unweit der Stiftskirche. Sein Haus, ein dreigeschossiger Walmdachbau mit einer im barocken Stil erneuerten Innenausstattung, bot ihm einen angenehmen Wohnkomfort. Heute erinnert in Ellwangen nur noch eine an der nördlichen Querhauswand der Stiftskirche angebrachte Grabplatte an den Kapitular. Ihre Inschrift lautet:

„Dieser Stein verewigt/das immerwährende Gedächtnis (…) an den hochwürdigsten uns sehr angesehenen Herrn, Herrn Anton Albert/Freiherr von Freiberg (…) wirklichen Geheimrats und Statthalters usw./nachdem seine ehrwürdigen Überreste der Zeit entrissen wurden,/bewacht er in Ewigkeit diesen Tempel,/in dem er zu verehren ist, und kaum nachzuahmen (…) den Armen ein sehr berühmter Vater (…). Wenn er nicht gestorben wäre, /kaum ist es zu glauben, dass er sterblich wäre (…)“

Arakdenhof

Ein Paar in der Verbannung

Der aus Westfalen verbannte König Jérôme Napoleon, jüngster Bruder Bonapartes, und die Königstochter Katharina von Württemberg residierten 1815 und 1816 im Ellwanger Schloss. Sie zogen in den Westflügel ein und benutzten die Privaträume des ehemaligen Fürstpropsten. Jérôme verwandelte einen Verbindungsraum zwischen dem Ost- und dem Westflügel in ein Billardzimmer. Hauptsächlich aus dem Mergentheimer Schloss herbeigeschaffte Canapés, Sofas und Diwans ergänzten das in Ellwangen vorhandene Mobiliar.

Versorgt wurde die königliche Familie von einem der fürstpröpstlichen Zeit vergleichbaren Hofstaat: 44 Personen, zu denen zum Beispiel Kammerzofen, Garderobenträger und Kutscher zählten, umsorgten und versorgten die königliche Familie.

Stadt Ellwangen

Ellwangen als Kulisse eines Filmklassikers

Die Silhouette Ellwangens hatte es dem Regisseur Helmut Weiss 1944 so angetan, dass er sich entschied, sie in seinen berühmten Film „Die Feuerzangenbowle“ einzubauen. Wenn Heinz Rühmann in seinen Glanzrollen als Schüler Hans Pfeiffer mit drei „f“ und als Professor Schnauz seine Blicke aus dem Fenster des Chemiesaales schweifen lässt, dann schaut er auf die Ellwanger Stadtkulisse mit dem Schloss auf der Anhöhe. Für die Dreharbeiten des zum Kultfilm avancierten Streifens klebte man ein großes Panoramabild auf die Scheiben des Lehrsaals.

Weitere Informationen zu Ellwangen
 
 
Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook