Die Benediktiner blicken auf eine der längsten Ordenstraditionen zurück. Sie berufen sich auf die Regeln des heiligen Benedikt von Nursia, der im 6. Jahrhundert den Orden gründete. „Ora et labora“ – die Einteilung des Alltags in Gebet und Arbeit – ist der Leitspruch ihres durch Armut, Keuschheit, Gehorsam und Ortsbeständigkeit bestimmten Lebens. Die Mönche tragen eine schwarze Tunika, die mit einem Ledergürtel zusammengehalten wird, und einen ebenfalls schwarzen Überwurf. Besonders im 14. und 15. Jahrhundert kam es zu einer Missachtung einzelner Ordensregeln: die Mönche stellten zum Beispiel ihre Kleidung in komfortabeler Qualität her und verlegten ihre Schlafstätten vom großen Schlafsaal in Einzelzellen. Vor allem aber häuften sie Besitz an.
In Ellwangen begann zum Ende der Stauferzeit der Niedergang des Klosters. Die adeligen Mönche missachteten die Regeln ihrer Ordensgemeinschaft. 1443 zerstörte ein Brand große Teile des Klostergebäudes und setzte damit endgültig dem Leben nach festen Ordensregeln ein Ende.
Der als sehr frommer Fürstpropst geltende Johann Christoph IV. Adelmann
von Adelmannsfelden ließ sich 1677 eine kleine Privatkapelle errichten,
die er besonders für seine nächtlichen Gebete und Meditationen genutzt
haben soll. In einer Chronik von 1784 heißt es dazu:
„Nebst all vorbeschriebenen Merkwürdigkeiten der fürstlichen Residenz
verdienet die in dem großen Schloßgarten stehende, sehr artig und
reizend erbaute Clausur nebst den gleich darananstoßenden kleinen
Kirchel Beachtung, welcher der frömmste Fürst Johann Christoph von
Adelmann zu seiner gottseligen Unterhaltung, und täglichen
Andachtsübungen errichten lassen, in welchen er auch sehr oft ganz von
den Seinen abgesöndert und Nachts dem hl. Gebet und Betrachtungen
eifrigst oblegen, und sodann die übrigen wenigen Nachtstunden in der
Clausur ganz wohl und nach seiner selbst eigenen öfteren Aussage recht
vergnügt geschlafen hat.“
Der Sohn des Kurfürsten von Sachsen und König von Polen war ein Mann
der Aufklärung: Er nutzte seine Macht als Landesherr besonders zur
Verbesserung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen
Verhältnisse in den ihm unterstehenden Territorien. Dazu zählten –
abgesehen von der Fürstpropstei Ellwangen (ab 1777) als Nebenresidenz –
zwischen 1763 und 1768 die Bistümer Freising und Regensburg und ab 1768
das Kurfürstentum Trier sowie das Bistum Augsburg.
Der Fürstpropst reorganisierte die Verwaltung, erließ neue Gesetze und
Verordnungen wie die zur Einschränkung der Prozessionen und Festtage.
Als einziges Gebäude seiner Regierungszeit in Ellwangen ließ Clemens
Wenzeslaus ein Schulhaus errichten: Noch heute trägt das Gebäude bei
der Marienkirche sein Wappen.
Am 25. April 1802 verzichtete Clemens Wenzeslaus im Zuge der Säkularisation auf das Amt des Kurfürsten. Er verstarb am 27. Juli 1812 in seinem Sommerschloss in Marktoberdorf.
Auf seiner Reise im Herbst 1777 zu herrschaftlichen Häusern machte der
junge Wolfgang Amadeus Mozart mit seiner Mutter in Ellwangen Station.
Die Fürstpropstei war für ihn jedoch kein Ort, an dem er sein junges
Talent unter Beweis stellen wollte, sondern diente ihm als
Zwischenstation. Im Gasthof „Schwarzer Adler“ nahmen die Reisenden auf
dem Weg nach Mannheim eine Mahlzeit zu sich, um sich für den
beschwerlichen Weg über Land zu stärken. Über derartige Reisen schrieb
Mozart 1780:
„Dieser Wagen stößt einem noch die Seele heraus! und die Sitze! – hart
wie stein! ... zwey ganze Posten [Poststationen] fuhr ich die Hände auf
dem Polster gestützt und den hintern in den lüften haltend.“