Berühmte Personen

Benediktiner

Die Benediktiner blicken auf eine der längsten Ordenstraditionen zurück. Sie berufen sich auf die Regeln des heiligen Benedikt von Nursia, der im 6. Jahrhundert den Orden gründete. „Ora et labora“ – die Einteilung des Alltags in Gebet und Arbeit – ist der Leitspruch ihres durch Armut, Keuschheit, Gehorsam und Ortsbeständigkeit bestimmten Lebens. Die Mönche tragen eine schwarze Tunika, die mit einem Ledergürtel zusammengehalten wird, und einen ebenfalls schwarzen Überwurf. Besonders im 14. und 15. Jahrhundert kam es zu einer Missachtung einzelner Ordensregeln: die Mönche stellten zum Beispiel ihre Kleidung in komfortabeler Qualität her und verlegten ihre Schlafstätten vom großen Schlafsaal in Einzelzellen. Vor allem aber häuften sie Besitz an.

In Ellwangen begann zum Ende der Stauferzeit der Niedergang des Klosters. Die adeligen Mönche missachteten die Regeln ihrer Ordensgemeinschaft. 1443 zerstörte ein Brand große Teile des Klostergebäudes und setzte damit endgültig dem Leben nach festen Ordensregeln ein Ende.

Fürstpropst Johann Christoph Adelmann von Adelmannsfelden (1640-1687)

Der als sehr frommer Fürstpropst geltende Johann Christoph IV. Adelmann von Adelmannsfelden ließ sich 1677 eine kleine Privatkapelle errichten, die er besonders für seine nächtlichen Gebete und Meditationen genutzt haben soll. In einer Chronik von 1784 heißt es dazu:

„Nebst all vorbeschriebenen Merkwürdigkeiten der fürstlichen Residenz verdienet die in dem großen Schloßgarten stehende, sehr artig und reizend erbaute Clausur nebst den gleich darananstoßenden kleinen Kirchel Beachtung, welcher der frömmste Fürst Johann Christoph von Adelmann zu seiner gottseligen Unterhaltung, und täglichen Andachtsübungen errichten lassen, in welchen er auch sehr oft ganz von den Seinen abgesöndert und Nachts dem hl. Gebet und Betrachtungen eifrigst oblegen, und sodann die übrigen wenigen Nachtstunden in der Clausur ganz wohl und nach seiner selbst eigenen öfteren Aussage recht vergnügt geschlafen hat.“

Clemens Wenzeslaus von Sachsen-Polen (1787-1802)

Der Sohn des Kurfürsten von Sachsen und König von Polen war ein Mann der Aufklärung: Er nutzte seine Macht als Landesherr besonders zur Verbesserung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Verhältnisse in den ihm unterstehenden Territorien. Dazu zählten – abgesehen von der Fürstpropstei Ellwangen (ab 1777) als Nebenresidenz – zwischen 1763 und 1768 die Bistümer Freising und Regensburg und ab 1768 das Kurfürstentum Trier sowie das Bistum Augsburg.

Der Fürstpropst reorganisierte die Verwaltung, erließ neue Gesetze und Verordnungen wie die zur Einschränkung der Prozessionen und Festtage.

Als einziges Gebäude seiner Regierungszeit in Ellwangen ließ Clemens Wenzeslaus ein Schulhaus errichten: Noch heute trägt das Gebäude bei der Marienkirche sein Wappen.

Am 25. April 1802 verzichtete Clemens Wenzeslaus im Zuge der Säkularisation auf das Amt des Kurfürsten. Er verstarb am 27. Juli 1812 in seinem Sommerschloss in Marktoberdorf.

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

Auf seiner Reise im Herbst 1777 zu herrschaftlichen Häusern machte der junge Wolfgang Amadeus Mozart mit seiner Mutter in Ellwangen Station. Die Fürstpropstei war für ihn jedoch kein Ort, an dem er sein junges Talent unter Beweis stellen wollte, sondern diente ihm als Zwischenstation. Im Gasthof „Schwarzer Adler“ nahmen die Reisenden auf dem Weg nach Mannheim eine Mahlzeit zu sich, um sich für den beschwerlichen Weg über Land zu stärken. Über derartige Reisen schrieb Mozart 1780:

„Dieser Wagen stößt einem noch die Seele heraus! und die Sitze! – hart wie stein! ... zwey ganze Posten [Poststationen] fuhr ich die Hände auf dem Polster gestützt und den hintern in den lüften haltend.“

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