Der Deutsche Orden wurde im Jahr 1190 in Akko (Palästina) als Hospitalorden in der Zeit der Kreuzzüge gegründet. Bereits 1198 wandelte man die Hospitalbruderschaft in einen geistlichen Ritterorden um. Jeder Mann, der in den Orden eintrat, legte ein Gelübde ab über Keuschheit, Gehorsam und Leben in Armut. Zugleich verstand sich der Orden auch als kämpfender Ritterorden, der päpstlichen Aufrufen zur Befreiung des Heiligen Grabes Christi in Jerusalem von den Muslimen folgte.
Der Orden gelangte zu internationaler Bedeutung und Reichtum, den er sich auch aufgrund des Kreuzzugsablasses von begüterten Adels- und Patrizierfamilien erworben hatte. Jedes Jahr entstanden neue Ordensniederlassungen. Im Jahr 1300 gab es schon 300 Kommenden (Verwaltungsgebiete) von Schweden bis Südeuropa. Seine Aufgaben sah der Orden im Pilgerschutz, dem Kampf gegen Nichtchristen im Heiligen Land und in sozialen Diensten wie Gründung und Unterhalt von Spitälern.
Im 15. und 16. Jahrhundert verlor der Deutsche Orden im Osten zunehmend an Bedeutung. Im Hl. Römischen Reich bestanden die Ordensbesitzungen bis zur Aufhebung des Ordens unter Napoleon bis 1809. Der Deutsche Orden wurde 1834 in Österreich erneuert, 1929 in einen geistlichen Orden umgewandelt und 1938 durch die Nationalsozialisten verboten. Nach 1945 wurde er in Österreich und in der Bundesrepublik Deutschland wiederhergestellt.