Christoph von Württemberg (1515–1568)
Er war ab 1550 vierter Herzog von Württemberg. Er wuchs aufgrund der Verbannung des Vaters Ulrich in Innsbruck am Hofe Kaiser Karls V. auf. Nachdem sein Vater Herzog Ulrich in der Schlacht bei Lauffen 1534 die Herrschaft über Württemberg wiedererlangt und die Reformation eingeführt hatte, wendete sich auch Christoph dem Protestantismus zu. Er heiratete 1544 Anna Maria von Brandenburg-Ansbach aus protestantischer Dynastie, um seine konfessionelle Position zu festigen. Nach dem Tod Ulrichs 1550 trat Herzog Christoph die Nachfolge an und ordnete die gesamte Staats- und Kirchenverwaltung neu. Wie viele andere Burgen und Schlösser ließ Christoph auch die Burg Leonbergs ausbauen und setzte damit die Baupolitik des Vaters fort, die der Sicherheit Württembergs diente.
Der württembergische Renaissancebaumeister stammte aus Stuttgart. Tretsch ist seit 1537 als Baumeister in den Diensten Herzog Christophs nachgewiesen. An den zahlreichen Bauprojekten, die Herzog Christoph zur Sicherung und Repräsentation des neu erstarkten Herzogtums Württemberg durchführen ließ, war Tretsch federführend beteiligt. Sein Hauptwerk ist der Umbau des Alten Schlosses in Stuttgart von einer wehrhaften Burganlage zum repräsentativen Schloss. Nach den Plänen Tretschs ließ Herzog Christoph in den Jahren 1560 bis 1570 die ursprüngliche Stadtburg in Leonberg zum Schloss umbauen.
Der Graf von Mömpelgard war ab 1593 sechster Herzog von Württemberg. Er verbrachte seine Jugend am württembergischen Hof in Stuttgart, wo sich Herzog Christoph um seine Erziehung kümmerte. 1581 schloss er die Ehe mit Sibylla von Anhalt und erhielt 1593 als Erbe des Herzogs Ludwig von Württemberg die Herzogswürde und Macht über das gesamte Herzogtum. 1599 gab Friedrich den Befehl zur Anlage einer neuen Stadt am Ostrand des Nordschwarzwalds, die den Namen Freudenstadt erhielt. Friedrich beabsichtigte, die Stadt zur neuen Residenz Württembergs auszubauen, da sie näher zu Mömpelgard lag als Stuttgart. Friedrichs Tod 1608 verhinderte die Umsetzung des Plans.
Sibylla von Anhalt-Zerbst-Bernburg (1564–1614)
Sibylla wurde in Bernburg (Saale) geboren und auf Druck ihres Vaters im Jahr 1577 noch minderjährig zur Äbtissin des freien weltlichen Stiftes Gernrode und Frose gewählt. Ihr Amt legte sie im Jahr 1581 mit der Heirat Friedrich I. nieder, die durch ihre Stiefmutter, Eleonore von Württemberg arrangiert worden war. Sybilla heiratete mit 16 Jahren und hatte in den folgenden 15 Jahren 15 Kinder. Nach Friedrichs Tod 1608 zog sie sich nach Leonberg zurück, ließ dort von Heinrich Schickhardt das Leonberger Schloss ausbauen und vor dem Schloss einen Pomeranzengarten im Renaissancestil errichten. Sie verstarb 1614 in Leonberg.
Er war der wichtigste Baumeister der Renaissance in Südwestdeutschland. Nach seiner Gesellenzeit wurde Schickhardt Gehilfe des württembergischen Hofbaumeisters Georg Beer. Von Herzog Friedrich I. bekam er Aufträge unter anderem zum Ausbau der Residenzstadt Mömpelgard (Montbéliard). 1608 wurde Heinrich Schickhardt zum herzoglich-württembergischen Landbaumeister ernannt. Zwischen 1609 und 1614 erhielt er den Auftrag, das Schloss Leonberg auszubauen und einen Terrassengarten anzulegen. Schickhardt entsprach dem Bild des typischen Renaissancebaumeisters, der als Universalgenie nicht nur in der Baukunst, sondern auch in der Gartenbaukunst und anderen Disziplinen bewandert war.
Matthias Gallas (1584–1647)
Der Graf von Gallas zum Schloss Campo und Freyenthurn war kaiserlicher Generalleutnant und Feldzeugmeister im Dreißigjährigen Krieg. Gallas erhielt bald den Oberbefehl über alle Truppen an der österreichischen und böhmischen Grenze. Am 6. September 1634 errang er den Sieg bei Nördlingen über Bernhard von Sachsen-Weimar, wodurch das südwestliche Deutschland wieder in die Gewalt des Kaisers kam. Von 1634 bis 1638 residierte der Graf mit seinen kaiserlichen Truppen im Leonberger Schloss. Nach dem Prager Frieden führte er 20.000 Mann nach Lothringen, die aber dort durch Seuchen und mangelnde Verpflegung umkamen. Nach verschiedenen Niederlagen legte er seine Ämter nieder und starb am 25. April 1647 in Trient. Bis zu seinem Lebensende verfolgte ihn der Spott seiner Zeitgenossen, die ihn den "Heerverderber" nannten.
Sie heiratete 1618 den württembergischen Herzogadministrator Julius Friedrich. Sie begründeten die Seitenlinie Württemberg-Weiltingen, auch die Julianische Linie genannt. Julius Friedrich übernahm 1631 die Vormundschaft über seinen minderjährigen Neffen Eberhard. Nach dem Tod des Gatten 1635 zog sich Anna Sabina, die Schwiegertochter Sibyllas, auf den Witwensitz Schloss Leonberg zurück. Hier starb sie 1659.
Aufgezogen von ihrer Tante, der Königswitwe Hedwig Eleonora von Schweden, nahm sie in Stockholm die tief religiöse Weltanschauung an, die ihr ganzes Leben prägte. Sie heiratete den württembergischen Erbprinzen Wilhelm Ludwig 1673. Sechs Monate nach der Trauung brachte der Tod des Herzogs Eberhard III. ihren Gatten Wilhelm Ludwig auf den württembergischen Thron. Bereist vier Jahre später erlag dieser einem Herzinfarkt und Magdalena Sibylla übernahm 25-jährig die Regentschaft über das Herzogtum Württemberg. Von 1678 bis 1712 bewohnte sie neben dem Stettener und Stuttgarter Schloss immer wieder auch das Schloss Leonberg. Nach dem Regierungsantritt ihres Sohnes zog sie sich bis zu ihrem Tod im Jahr 1712 auf ihren Witwensitz Schloss Kirchheim zurück.
Elisabeth Dorothea Schiller
(geb. Kodweiß, 1732–1802)
Die Mutter Friedrich Schillers wurde in Marbach geboren und 16-jährig mit dem Militärbarbier und Wundarzt Johann Caspar Schiller verheiratet. Sie zog als Witwe von 1796 bis 1801 in eine ihr zugewiesene Wohnung im Leonberger Schloss. Sie durfte dort mit ihrer noch unversorgten vierten Tochter wohnen und erhielt eine Pension von hundert Gulden, halb in Bargeld, halb in Naturalien. Zu Beginn des Jahres 1802 wurde die seit Jahren magenkranke Frau zusätzlich von einem Unterleibsleiden geplagt und starb bald darauf in Cleversulzbach.