Das Deutschordensmuseum

Schloss mit Torturm von Westen

Das bedeutendste Zeugnis der Geschichte des Deutschen Ordens ist das Mergentheimer Schloss selbst, das den Hochmeistern von 1527 bis 1809 als Residenz diente. Seit 1996 wird der gesamte Gebäudekomplex als Museum genutzt. Im Mittelpunkt stehen die Kultur und das Wirken des Deutschen Ordens von den Anfängen als Hospitalorden in der Zeit der Kreuzzüge bis zur Gegenwart. Das gesamte zweite Obergeschoss erschließt in einem chronologisch und thematisch gegliederten Rundgang diese achthundertjährige Ordensgeschichte.

Zunächst können sich die Besucherinnen und Besucher über die Gründung des Deutschen Ordens anlässlich der Kreuzzüge im 12. Jahrhundert informieren. Jeder Mann, der in den Orden eintrat, legte ein Gelübde ab über Keuschheit, Gehorsam und Leben in Armut. Zugleich verstand sich der Orden auch als kämpfender Ritterorden, der päpstlichen Aufrufen zur Befreiung des Heiligen Grabes Christi in Jerusalem von den Muslimen folgte.

Gründungsgeschichte des Ordens

Der Orden gelangte zu internationaler Bedeutung und Reichtum, den er sich auch aufgrund des Kreuzzugsablasses von begüterten Adels- und Patrizierfamilien erworben hatte. Jedes Jahr entstanden neue Ordensniederlassungen. Im Jahr 1300 gab es schon 300 Kommenden (Verwaltungsgebiete) von Schweden bis Südeuropa. Seine Aufgaben sah der Orden im Pilgerschutz, dem Kampf gegen Nichtchristen im Heiligen Land und in sozialen Diensten wie Gründung und Unterhalt von Spitälern.

Schlossmodell

Zur Verteidigung und Verwaltung der Länder im Osten, in Preußen und Livland, wo der Orden bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts ein mehr oder weniger geschlossenes Territorium besaß, wurden Städte und Wehrbauten errichtet. Eindrucksvolle Beispiel zeigt die Ausstellung mit dem Modell der Burg Rehden im Kulmerland.

Zu den Schmuckstücken des Museums gehören die Alte und Neue Fürstenwohnung. In den Räumen der Alten Fürstenwohnung wird die Mergentheimer Zeit des Ordens von 1527 bis 1809 behandelt. Hier veranschaulicht ein Modell, wie die zur Renaissanceresidenz ausgebaute Wasserburg um 1650 aussah. Die Repräsentationsbedürfnisse der Zentrale des Deutschen Ordens, deren Mitglieder immer exklusiveren und strengeren Aufnahmebedingungen unterworfen wurden, drücken sich in zahlreichen Baumaßnahmen aus.

Kapitelsaal

Über die Empore der Schlosskirche gelangt man zur Neuen Fürstenwohnung im Südflügel, in der die Raumfolge früherer Zeiten, die zum Hochmeister führte, wiederhergestellt wurde: Hochmeistergalerie, Bilderzimmer, Vorzimmer, Audienzzimmer mit Thron und Schlafzimmer. In Anlehnung an das Inventar von 1809 wurde diese Wohnung wieder herrschaftlich eingerichtet bzw. restauriert. Im Kapitelsaal, dem Tagungsraum des Generalkapitels, ist die Sitzordnung von 1791 nachgestellt, dem Jahr als eine der letzten Versammlungen des Generalkapitels im Deutschordensschloss stattfand.

Madonna mit Kind

Ein weiterer Themenschwerpunkt handelt von der Erneuerung des von Napoleon aufgelösten Deutschen Ordens und die Umwandlung in einen klerikal-geistlichen Orden, der sich karitativen und seelsorgerischen Aufgaben widmet.

Adelsheim

Das Deutschordensschloss beherbergt auch eine Ausstellung über die Geschichte der Stadt und Region Mergentheim und die Puppenstubensammlung, die eine attraktive Dokumentation der Kulturgeschichte des Spielens, der Erziehung und auch des Wohnens darstellt. Den Grundbestand des Mergentheimer Museums findet man in der Carl-Joseph-von Adelheim´schen Sammlung. Diese "Altertumssammlung" enthält 511 Objekte, darunter Gläser, Fayencen, Porzellane, Waffen, chinesische Figuren, ein fränkisches Hausaltärchen und Alltagsgegenstände.

Weitere Informationen zu Bad Mergentheim
 
 
Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook