Bernhard von Clairvaux (1090-1153)
Vor 900 Jahren wurde Bernhard von Clairvaux, der "geistige Vater" des Zisterzienserordens, geboren und bereits 21 Jahre nach seinem Tod heilig gesprochen. Er brachte den Zisterzienserorden mit seiner ausgeprägten Askese und Armut rasch zu höchster Blüte und übte durch die Erneuerung des kirchlichen Geistes bei Adel, Klerus und Volk großen Einfluss auf seine Zeit aus. Es heißt, dass der Edelfreie Guntram von Adelsreute durch den begnadeten Prediger Bernhard von Clairvaux (vermutlich 1133) zu der Stiftung der Ortschaft Salmannsweiler angeregt worden sei.
Durch Bernhard von Clairvaux hat sich auch ein neuer Kunststil in den Kirchen durchgesetzt. Den reich und prunkvoll ausgestatteten Klosterkirchen setzte er einen neuen, provokativ schlicht gehaltenen Kunststil entgegen, der ganz dem Armutsideal des Ordens entsprach.
Prinz Max von Baden (1867-1929)
Prinz Max von Baden war designierter Nachfolger des Großherzogs von Baden und ging als letzter Kanzler des deutschen Kaiserreiches in die Geschichte ein. Nach dem Ende der Monarchie zog sich Prinz Max auf seinen Privatsitz Schloss Salem zurück. Hier gründete er zusammen mit seinem Freund und Sekretär, dem Reformpädagogen Kurt Hahn, das renommierte Internat Schloss Salem, das bis heute zu einer der besten Schulen des Landes zählt und nach dessen Vorbild auch international viele weitere Schulen gegründet wurden. Prinz Max von Baden starb im Alter von 62 Jahren in Salem.
Joseph Anton Feuchtmayer (1696-1770)
Joseph Anton Feuchtmayer gilt als einer der bedeutendsten Rokokokünstler. Für seine Entwürfe verarbeitete er Anregungen von den bedeutendsten europäischen Künstlern aus dem päpstlichen Rom, wie Michelangelo und Bernini, und aus dem kaiserlichen Wien. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine außerordentlich anmutige Bewegtheit aus. Sein heute bekanntestes Werk ist der Honigschlecker in der Wallfahrtskirche Birnau, ein Putto, der die Redegewandtheit des Hl. Bernhard von Clairvaux versinnbildlicht, der deswegen das Attribut doctor mellifluus (Lehrer der honigsüßen Rede) erhalten hatte. Im Salemer Münster ist hingegen der "Honigschlecker" des Feuchtmayerschülers Johann Georg Dirr zu bewundern.
Abt Anselm II. Schwab (1713-1778)
Abt Anselm II. war nicht nur einer der bedeutendsten Äbte im Zisterzienserkloster Salem, sondern auch eine der schillernsten Persönlichkeiten. Als Nachfolger des früh verstorbenen Abtes Stefans II. wurde der junge Anselm Schwab zum 38. Abt des Klosters gewählt. Die spektakulärste Aufgabe seiner ersten Amtsjahre war der Bau von Neu-Birnau. Das strahlende Kunstwerk des Rokoko hat ihm einen Platz in der süddeutschen Kunstgeschichte eingebracht. Durch mehrere Aufenthalte in Paris lernte er den französischen Frühklassizismus kennen und veranlasste daraufhin eine groß angelegte Umgestaltung des Münsters im klassizistischen Stil.
Während seiner Amtszeit galt Anselm als großer Förderer der Wissenschaften und Kunst im Kloster Salem.