Kloster und Schloss Salem

Kloster und Schloss Salem, Luftbild

Schloss Salem blickt auf eine lange bewegte Geschichte zurück. Die Anfänge der Anlage liegen im Mittelalter, als im Jahr 1134 Guntram von Adelsreute einen kleinen Teil seines Besitzes, den Ort Salmannsweiler dem Zisterzienserorden stiftete. Nur drei Jahre später wurde Salem unter dem jungen Abt Frowin – ein Freund und Weggefährte des Hl. Bernhard von Clairvaux - zur Abtei erhoben und das Kloster in Salmannsweiler erhielt fortan den geistlichen Namen Salem, Stätte des Friedens. Im Jahr 1178 ernannte Papst Alexander III. das Kloster zur Konsistorialabtei, womit es direkt dem Heiligen Stuhl in Rom unterstellt war und nicht dem zuständigen Diözesanbischof von Konstanz.

Historische Karte

Durch den Ausbau der Landwirtschaft, den Weinbau, die Förderung von Salz und durch planvolles Wirtschaften wuchs Salem zu einem der größten und bedeutendsten Klöster im deutschsprachigen Raum heran. Im Hochmittelalter lebten und arbeiteten hier 310 Mönche und Laienbrüder.

Darstellung des 18. Jahrhunderts

Sichtbares Zeugnis dieser schaffenskräftigen Periode ist das imposante gotische Münster, das unter Abt Ulrich von Seelfingen um 1285 begonnen und 1414 anlässlich des Konstanzer Konzils fertig gestellt wurde. Ganz im Sinne der Regeln des Zisterzienserordens ist der Bau außen streng und schlicht - einzige Schmuckelemente sind die kunstvoll gestalteten Maßwerksfenster. Die dreischiffige Säulenbasilika zählt zu den bedeutendsten und richtungweisenden Bauten der süddeutschen Hochgotik.

Münster Maßwerk Mittelschiff Chorgestühl

Der Dreißigjährige Krieg traf Salem schwer, das Kloster wurde geplündert und die Mönche mussten Salem zeitweise sogar ganz verlassen. Nach Kriegsende trat das Konvent wieder zusammen; doch der Frieden währte nicht lange. Nur wenige Dekaden nach den Kriegswirren überraschte im März des Jahres 1697 eine verheerende Brandkatastrophe das Kloster, der nahezu alle Konventgebäude zum Opfer fielen. Doch bereits wenige Wochen nach dem Brand entscheid man sich zum vollkommenen Wiederaufbau der Klosteranlage und beauftragte für die Bauarbeiten den bekannten Vorarlberger Architekten Franz Beer. 

Abt Anselm II. Schwab (1713-1778)

Der großzügige Neubau der Klosteranlage läutete in Salem ein neues Zeitalter der Blüte ein, das vor allem mit dem Namen Stephan I. Jung, Konstantin Miller und Anselm II. Schwab verbunden ist. Galt den Zisterziensern bislang Bescheidenheit als oberster Grundsatz, war man nun in Zeiten der Gegenreformation auf Außenwirkung und weltliche Prachtentfaltung bedacht: Mit der prunkvollen Innenausstattung an Stuckaturen und Malereien wurden namhafte Künstler betraut. Die vielschichtigen Bildprogramme der Repräsentationsräume wie der Kaisersaal, die Bibliothek und der Abtsalon veranschaulichen die kulturelle und politische Bedeutung der reichsunmittelbaren Abtei Salem.

Kaisersaal Bibliothek Abtsalon

      

Putten

Auch das gotische Münster wurde zunächst im barocken, später dann im frühklassizistischen Stil umgestaltet. Einzigartig für eine Zisterzienserkirche ist die Neuausstattung in Alabaster, wie sie heute noch zu bewundern ist.
Kurz vor der Säkularisation wurden die Anlage und einige Innenräume, wie auch der Innenraum der Kirche, im klassizistischen Stil umgewandelt.
Im Jahre 1802 wurde das Kloster offiziell von der Markgrafschaft Baden in Besitz genommen und am 23. November 1804 löste sich der Konvent schließlich endgültig auf.

Den erzieherischen Ambitionen des ehemaligen Klosters verpflichtet, wurde 1920 von Prinz Max von Baden und dem Reformpädagogen Kurt Hahn die Internatsschule Salem gegründet, die heute Teile der ehemaligen Konvents- und klösterlichen Wirtschaftsgebäude nutzt.

Heute präsentiert sich Schloss Salem als überaus lebendiges Ensemble und weitläufige Anlage. Weite Teile der Anlage sind seit der Klosterzeit erhalten und öffentlich zugänglich gemacht. Attraktiv für die Besucher sind nicht nur die historischen Bauten und die Innenräume des Schlosses, sondern auch die weitläufigen Außenanlagen mit Park, Spielplatz und Kunsthandwerker-Betrieben, welche die handwerkliche Tradition der Klosterzeit fortführen.
An die vorbildlichen Feuerschutzmaßnahmen der Zisterziensermönche erinnert das Feuerwehrmuseum mit seinen eindrucksvollen historischen Spritzen und Geräten.

Labyrinthe

Seit Frühjahr 2009 sind große Teile der Anlage im Besitz des Landes Baden-Württembergs und werden von den Staatlichen Schlössern und Gärten betreut.  
      

Weitere Informationen zu Salem
 
 
Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook