Eduard Mörike zählt zu den bedeutendsten deutschen Lyrikern und ist einer der eigenwilligsten Erzähler des 19. Jahrhunderts. Sprachliche Schönheit und schlichte Volkstümlichkeit kennzeichnen seine Lyrik. Galt Mörike lange Zeit als typischer Vertreter des Biedermeier, so rückt heute die Radikalität seiner Weltflucht ins Blickfeld.
Nach Schul- und Ausbildungszeiten begann Mörike zunächst 1826 eine Tätigkeit als Vikar in Nürtingen, 1827 und 1828 arbeitete er als Redakteur bei einer Zeitschrift und von 1834 bis 1843 war er Pfarrer im Ort Cleversulzbach.
Nach seiner vorzeitigen Pensionierung 1844 war er unter anderem Literaturlehrer in Stuttgart, wo er von 1851 bis 1860 lebte. 1852 verlieh ihm die Universität Tübingen die Ehrendoktorwürde, 1855 wurde er Hofrat und erhielt ein Jahr später eine Professur. Schriftsteller wie Storm, Heyse, Geibel und Turgenjew knüpften zu ihm Bekanntschaft oder besuchten ihn.
Die Themen seiner Gedichte sind äußerst breitgefächert. Sehr häufig begegnet die Natur in der Vielfalt ihrer Erscheinungen. Auch die Dämmerung zwischen Tag und Nacht und die morgendliche Frühe sind beliebte Motive. Mit dem Märchen vom "Stuttgarter Hutzelmännlein" (1853) und der eingeflochtenen "Geschichte von der schönen Lau" schuf Mörike eine zarte und innige Liebeserklärung an seine schwäbische Heimat.